Surfen am Arbeitsplatz: Poweruser der Stadt Freiburg verstopfen Rathaus-Internet

Adrian Hoffmann

Na, na, na! In den Amtsstuben der Stadt Freiburg ist das Internet viel zu oft für private Zwecke genutzt worden - das berichtet heute (nur für Abonnenten) die Stadtredaktion der Badischen Zeitung. Die Verwaltung hat dem jetzt ein Ende gesetzt: Ausgewählte Seiten sind von städtischen Computern nicht mehr zu erreichen. Um seinen Arbeitsplatz bangen muss trotz der deutlichen Privatnutzung der städtischen Flatrate aber keiner.



Hier die (laut Badischen Zeitung) Hitliste der beliebtesten Internetseiten, die von Mitarbeitern der Stadt Freiburg angesurft werden:

  • Ebay
  • Otto-Versand
  • Tchibo
  • Sex-Seiten
Eine solche Liste gibt es, bestätigt Stadt-Pressesprecherin Edith Lamersdorf, dementiert aber verärgert den vierten Punkt, die Sex-Seiten: "Das ist nicht der Fall." Über weitere Punkte dieser Liste gab sie uns allerdings keine Auskunft. Das seien Interna und in einer einzelnen Auflistung nicht von öffentlichem Interesse.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen werde die Privatnutzung des Internets für die Online-Poweruser der Stadtverwaltung aber nicht haben. Zwar könnte theoretisch zurückverfolgt werden, wer auf welchen Seiten war, aber die Untersuchung sei nur unter der Bedingung der Anonymisierung von der Datenschutzbeauftragten gestattet worden, sagt Lamersdorf. Und der Rechner des Einzelnen werde nur dann überprüft, wenn konkret Verdacht bestünde, wenn zum Beispiel deutlich zu wenig gearbeitet wird oder zu viele Überstunden angegeben werden. Denn allein das private Surfen ist nicht verboten, solange es im Rahmen bleibt.

Die Stadt Freiburg mit ihren 3000 Mitarbeitern hat rund 1850 Computerarbeitsplätze, 1200 davon haben Internetzugang. Womöglich pikant: In den Büros mit Internet-PC sitzen des Öfteren logischerweise Beamten des gehobenen Dienstes, aber genauso haben auch viele andere Mitarbeiter Zugang zum Netz und auch Sekretärinnen.

Die Ergebnisse, die im September 2005 bei erwähnter Untersuchung herausgekommen sind, ergeben nach Informationen des SWR, der die Story aufgedeckt hat:

90 Prozent der städtischen Internetnutzungszeiten seien für private Zwecke verwendet worden. Da die Stadt eine Flatrate habe, seien aber keine zusätzlichen Kosten entstanden, zitiert die Badische Zeitung die Stadtverwaltung. Trotzdem sei die Reaktion von OB Salomon und Finanzbürgermeister Neideck ziemlich schnell gewesen: Sie ließen die Zugänge für bestimmte Domains sperren, zum Beispiel die des Internet-Aktionshauses Ebay.

Unsere Domain fudder.de ist übrigens nach Auskunft von Frau Lamersdorf noch nicht gesperrt worden ;-)