Spurlos verschwunden

Suche nach 27-jähriger Joggerin aus Endingen unterbrochen – Ermittler veröffentlichen aktuelles Foto

Mit einem Großaufgebot haben Retter nach Carolin G. aus Endingen gesucht. Die 27-Jährige war am Sonntag zum Joggen aufgebrochen und ist seither vermisst. Ein aktuelles Foto zeigt sie in ihrer Sportkleidung. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde die Suche eingestellt.

Die Bereitschaftspolizei hat ihre Suche nach Carolin G. mit Einbruch der Dunkelheit am späten Montagnachmittag eingestellt. Am Dienstagfrüh sollen die Beamten ihre Arbeit wieder aufnehmen. Ob auch der Polizeihubschrauber wieder zum Einsatz kommt, sei noch unklar, so Polizeisprecher Walter Roth. Derweil gingen die Ermittler mit einem weiteren Foto der Vermissten an die Öffentlichkeit. Das Fotos zeigt Carolin Gruber in der von ihr zuletzt getragenen Laufkleidung – mit einem Stirnband (siehe Bild 2) .


Kurz vor Riegel hatte die Spurensicherung am Montagnachmittag in einem Maisfeld ein kleines Gebiet abgesperrt. Gefunden wurde dort eine Blutspur. Zunächst war unklar, ob es sich um menschliches oder tierische Blut handelt. Später stellte sich nach mehreren Tests heraus, dass das Blut von einem Tier stammt.

Sonntagnachmittag zum Joggen aufgebrochen

Die 27 Jahre alte Carolin G. aus Endingen ist am Sonntag gegen 14.15 Uhr aus dem Stadtgebiet Endingen zum Joggen aufgebrochen und sollte ungefähr eine Stunde lang unterwegs sein. Doch danach ist die junge Frau nicht mehr nach Hause gekommen.



Zunächst wurde privat nach ihr gesucht und ihr Fehlen dann der Polizei gemeldet. Sonntagabend lief dann eine große Suchaktion von Polizei, DRK und Feuerwehr an. Die ganze Nacht lang waren die Kräfte im Einsatz. Die Einsatzkräfte durchkämmten ganze Wohngebiete und angrenzende Bereiche sowie diverse denkbare Gebiete, in denen die junge Frau unterwegs gewesen sein könnte. Informationen zur genauen Laufstrecke gibt es offenbar nicht.
Die Vermisste wird wie folgt beschrieben:
  • 27 Jahre alt, 1,70 Meter groß, schlank, lange braune Haare.
  • Bekleidung: Schwarze, lange und enganliegende Laufhose (Lauftights/Leggings), schwarzes Stirnband, lila oder türkisfarbene Jacke, blaue Laufschuhe.

Insgesamt rund 65 Einsatzkräfte bei Suche beteiligt – weitere 50 angefordert

Kurz nach Mitternacht rückten auch Helfer der DRK-Suchhundestaffeln Emmendingen, Freiburg und Offenburg zur Suche aus. In der Nacht sorgte der über Endingen kreisende Polizeihubschrauber für Aufregung. Der Helikopter kam aus Hessen und hatte eine Wärmebildkamera an Bord. Dennoch fand sich keine Spur von der Gesuchten.

Das Gelände ist vielfältig: Da sind im Norden und Osten der Stadt die Neubaugebiete mit etlichen Baustellen, aber auch zugewucherten Brachflächen, angrenzend weitläufige Ackerflächen, während sich südlich daran Weinberge anschließen bis hinauf zum Waldrand. Ähnlich sieht es auch im Westen der Stadt aus.

Am frühen Montagmorgen drehte der Helikopter ab. Ein weiterer Polizeihubschrauber kam am späten Vormittag aus Sindelfingen an den Kaiserstuhl und setzt die Suche aus der Luft fort.

Die Vermisste hatte beim Joggen wohl ihr Handy dabei. Die Ortung nach dem Gerät blieb bisher allerdings ohne Erfolg, so die Polizei. Die Ermittler bitten die Anwohner davon abzusehen, selbst zu suchen. "Das ist gut gemeint, aber nicht gewünscht", sagte Polizeisprecher Walter Roth gegenüber der BZ.

Im Laufe des Montags haben sich bei den Ermittlern Zeugen gemeldet, die zur betreffenden Zeit eine Joggerin sehen haben wollen. Ob es sich in allen Beobachtungen um Carolin G. handelt, ist nicht sicher. Dennoch geht die Polizei davon aus, dass die Vermisste tatsächlich joggen gehen wollte.

Ehemann der Vermissten ist aktiv in der Feuerwehr Endingen

Am Boden suchten zunächst mehr als 30 Feuerwehrleute und 15 Beamte aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg sowie 22 DRK-Helfer mit insgesamt rund einem Dutzend speziell ausgebildeten Hunden. Auch Hundeführer der Polizei waren im Einsatz. Am Morgen wurde dann Verstärkung bei der Bereitschaftspolizei angefordert: zwei Züge mit insgesamt 50 Polizisten. Die Bereitschaftspolizei sollte auch die Endinger Feuerwehr entlasten, deren Helfer der Einsatz auf eine ganz besondere Weise fordert: Der Ehemann der Vermissten ist aktiv in der Feuerwehr Endingen. Notfallseelsorger betreuen die Angehörigen.
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"Mantrailer", speziell ausgebildete Personenspürhunde, im Einsatz

Die Einsatzleitung des Roten Kreuzes bezog neben dem Feuerwehrhaus Position. Von dem mit moderner Kommunikationstechnik ausgestatteten Fahrzeug des DRK-Ortsvereins Waldkirch aus koordiniert die Einsatzleitergruppe die Aktivitäten der Suchhundestaffeln. Zehn bis zwölf Sucheinsätze habe man im Schnitt pro Jahr, berichtete Stefan Pfister vom DRK-Führungsdienst. Unter den am Montag in Endingen eingesetzten Tieren waren auch "Mantrailer", speziell ausgebildete Personenspürhunde, die gezielt die Spur einer bestimmten Person verfolgen können.

Straftat kann laut Polizei nicht ausgeschlossen werden

Weil die bevorzugte Laufstrecke der jungen Frau offenbar im Südosten der Stadt lag, konzentrierte sich die Suche zunächst auf die dortigen Bereiche – aber nicht nur. Auch die Neubaugebiete im Osten und Norden der Stadt wurden in der Nacht und am Morgen abgesucht – jede Böschung, jeder Rohbau. Das Suchgebiet ist in Zonen unterteilt, die akribisch und systematisch durchkämmt werden. Am späten Vormittag überflog der Helikopter dann auch das westliche Stadtgebiet.

Suchaktion des Sportverein Endingen wurde abgesagt

Die Polizei spricht offiziell von einer Vermisstensuche, doch weil es keinerlei Anhaltspunkte gebe, könne man auch eine Straftat nicht ausschließen, erklärte Polizeisprecher Walter Roth auf Nachfrage. Aktuell nehme man keine Wertung vor, zumal auch die Befragungen noch laufen. Allerdings habe man keine erklärbare Variante für das Verschwinden von Carolin G.. Daher müsse man davon ausgehen, "dass die junge Frau zum Joggen ging und irgendetwas passiert ist".

Am Vormittag entschlossen sich Polizei und Familie zur Öffentlichkeitsfahndung mit Foto, in der Hoffnung auf sachdienliche Hinweise zum Verbleib von Carolin G.. Am Mittag hatte der Sportverein Endingen via Facebook, wo das Thema den ganzen Tag über hohe Wellen schlug, zur mit der Polizei koordinierten Suchaktion aufgerufen. Kurze Zeit später hieß es aber schon wieder: Die Suchaktion sei abgesagt. Der Sportverein teilte auf seiner Facebookseite mit: "Die Einsatzleitung hat die Suchaktion aus ermittlungstechnischen Gründen abgesagt!"
Hinweise über den Verbleib der Vermissten oder mögliche Hinwendungsorte bitte an das Polizeirevier Emmendingen unter Tel. 07641/5820 oder an den Polizeiposten Endingen, Tel. 07642/92870.

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