Unwetter in Freiburg

Sturmböen wirbeln Äste und Schilder in der Innenstadt durch die Luft

Joachim Röderer, Fabian Vögtle & Max Schuler

Sturmböen haben in der Freiburger Innenstadt Äste abgeknickt und Bäume umgestürzt – zum Beispiel auf dem Platz der Universität und in der Belfortstraße. Fast hätte es auch Verletzte gegeben.

Über das Stadtgebiet gab es bis zu 14 Uhr bisher acht Einsätze wegen Sturmschäden, berichtet Jérôme Krämer von der Freiburger Feuerwehr.

Drei Autos am KG IV beschädigt

Zwischen KG I und KG IV krachten zwei große Äste einer Platane nahe dem Eingang ab. Die schweren Äste verfehlten nur knapp eine Gruppe von Studierenden, die auf der Steinumrandung des Baumes saßen. Drei im Hof geparkte Autos wurden unter den Ästen begraben.

Durch herabgestürzte Teile entstanden Verkehrsbehinderungen. Bei der Großbaustelle am Rotteckring flogen mehrere Absperrgitter und Baustellenschilder durch die Luft. Eine Fahrradfahrerin und Passanten wurden dabei beinahe getroffen. An der UB fielen reihenweise Räder und Motorroller um.


Auch Straßenbahnen fuhren langsamer, da Äste und Fahrräder nahe der Gleise umgefallen waren. "Wir sind jetzt in Hab-Acht-Stellung", sagte Krämer. Die Leitstelle sei schon mal vorsorglich verstärkt worden.

Feuerwehreinsätze auch in Gundelfingen und Denzlingen

Die Windböe fegte am Donnerstagmittag auch durch Gundelfingen und Denzlingen – und führte zu mehreren Feuerwehreinsätzen. In der Vörstetterstraße in Gundelfingen konnte ein Porschefahrer gerade noch einem herabstürzenden großen Eichenast ausweichen, wie Feuerwehrkommandant Jens Lapp auf BZ-Nachfrage mitteilte. Verletzt wurde niemand. Da der Fahrer den Ast nur touchierte, entstand auch kein größerer Schaden am Auto.

"Wir haben den Eindruck, dass durch die Trockenheit die Bäume bei stärkeren Winden brüchiger werden, weil innen das Wasser fehlt und sie dadurch weniger elastisch sind." Jens Lapp, Feuerwehrkommandant Gundelfingen


In der Unteren Waldstraße in Gundelfingen war zudem ein Baum angeknackst, den die Feuerwehr zur Sicherheit fällte. Auf dem Radweg zwischen Hansjakobstraße und Alte Bundesstraße musste die Feuerwehr mehrere große Äste auf die Seite räumen. "Wir haben den Eindruck, dass durch die Trockenheit die Bäume bei stärkeren Winden brüchiger werden, weil innen das Wasser fehlt und sie dadurch weniger elastisch sind", sagte Lapp.

In Denzlingen war die Feuerwehr am Donnerstagmittag ebenfalls im Einsatz. Auf dem Festplatz am Heimethues halfen die Wehrleute bei der Sicherung eines Festzeltes – dieses wurde durch die Böe zerstört. Im Stadtpark beseitigten sie einen umgestürzten Baum. Bereits am Mittwochabend war die Denzlinger Feuerwehr nach einem Gewitter ein knappes Dutzend Mal im Einsatz. Sie legte beispielsweise Dolen im Waibelgraben an der Bundesstraße frei oder richtete umgestürzte Bauzäune in der Elzstraße auf.