Sturm im Wasserglas

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, warum Brausetabletten sprudeln? Diese schon seit dem 19. Jahrhundert bekannte Getränkeherstellungsart funktioniert auf recht simple chemische Weise, indem eine Base mit einer Säure reagiert. Die Base ist dabei zwar keine Verwandte, aber eine Altbekannte: Speisesoda.

Das auch als Backsoda oder Bikarbonat bezeichnete Natriumhydrogencarbonat befindet sich in dem Brausepulver oder der Brausetablette gemeinsam mit einer organischen Säure, wie etwa Zitronensäure oder Weinsäure. In diesem Zustand tun die beiden einander nichts an.


Doch kommen sie mit Wasser in Berührung, beginnt die Reaktion. Das basische Natriumhydrogencarbonat reagiert mit der Säure zunächst zu Kohlensäure und Natriumtartrat. Die Kohlensäure zerfällt dann sogleich in Kohlendioxid und Wasser. Da im Wasser nicht so viel CO2 löslich ist, sprudelt dieses in Blasen nach oben.

Dieser Verwirbelungseffekt wird genutzt, um die zumeist festen Geschmacksstoffe des Pulvers im Wasser zu verteilen und zu lösen. Bei Medikamenten, die als Brausetablette verabreicht werden, sind die so gelösten Wirkstoffe leichter über die Schleimhäute aufnehmbar und wirken damit schneller.