StudiVZ & Co: Glaube, in Gruppenform gepresst

Christoph Müller-Stoffels

Ein wichtiger Bestandteil der gegenwärtigen Entwicklungsstufe des Internet sind die virtuellen sozialen Netzwerke wie Facebook.com, StudiVZ.net oder SchuelerVZ.net. In ihnen erstellen die Mitglieder eigene Profile und treten Gruppen bei, die dann im Profil angezeigt werden. In diesen sozialen Netzwerken werden auch unterschiedlichste Glaubensüberzeugungen in Gruppenform gepresst und den anderen Usern via Profil offenbart.



„Jesus Christus – Der Weg zum Leben“ oder „Ich bin Moslem und ich steh dazu“ heißen die Gruppen, auch zum Buddhismus oder zu New-Age-Religionen gibt es welche. In ihnen werden Fragen diskutiert, die den Glauben betreffen.


So war in einigen christlichen SchuelerVZ-Gruppen der Amoklauf in Winnenden ein Thema. Ein User fragte, warum Gott so etwas zulässt, ein anderer, ob man als Christ das oft als Killerspiel kritisierte „Counter Strike“ spielen dürfe.
Auch im interreligiösen Dialog spielen die Gruppen eine Rolle, denn die Mitglieder gehören zuweilen einer anderen Religion an und werden hier ihre Fragen los. Auffällig ist dabei teilweise die Ernsthaftigkeit, mit der besonders im SchuelerVZ diskutiert wird, und die Überzeugung, mit der manche 14-Jährige etwa Homosexuelle in der Hölle schmoren sehen. Das würde manch fundamentalistischem Hardliner zur Ehre gereichen.

Neben den pro-religiösen Gruppen gibt es auch viele, die sich gegen Religion im Allgemeinen stellen. Andere User dagegen nehmen es eher humorvoll. So verkündet eine recht populäre Gruppe augenzwinkernd: „Ich habe Jesus gefunden. Er saß die ganze Zeit hinter dem Sofa.“

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