Studierende der Uni Freiburg repräsentieren Indien - bei den Model United Nations in New York

Maren Haase

Im April fliegen 28 Studierende der Uni Freiburg nach New York zur National Model United Nations Simulation (NMUN). Die Freiburger Delegation wird Indien repräsentieren, vor Ort müssen die Vertreterinnen und Vertreter immer in ihrer Rolle bleiben. Wie das Team sich vorbereitet erklärt Larena Eibl im fudder-Interview:

 

Larena, wie habt ihr euch darauf vorbereitet, bei der NMUN so ein komplexes Land wie Indien zu vertreten?


Larena Eibl:
In unserem Fall ist das Wichtigste die Außenpolitik. Wir müssen wissen, wie wir auf die anderen Länder zugehen sollten. Deshalb haben wir jede Woche ein 4-stündiges Seminar, indem wir die Inhalte besprechen. Zum Beispiel stellt jeder ein Land vor oder wir halten Referate, um einen Eindruck zu bekommen, worum es bei Indien geht. Wir müssen uns hineinversetzen können und herausfinden, welche Themen Indien besonders angehen und welche überhaupt nicht. Die Kultur ist zwar zweitrangig, aber dennoch eine wichtige Angelegenheit, da wir die Haltung der Indern selbst und der Regierung kennen müssen.

Wofür steht Indien in der UNO eurer Meinung nach?

Indien ist in der UNO sehr aktiv und sendet zusammen mit Nigeria die meisten Friedenstruppen aus; bei Friedensmissionen ist Indien immer an vorderster Front. Wichtig an Indien selbst ist, dass das Land die Reform der UNO voranbringen will, da es sich nicht richtig repräsentiert fühlt. Indien möchte zudem einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat haben.

 

 

Welchen Standpunkt werdet ihr im April in New York vertreten?

Das ist ziemlich unterschiedlich, da es viele verschiedene Komitees gibt. Man sitzt immer zu zweit in einem Komitee und ich bin zum Beispiel in der Vollversammlung 2. Unsere Themen sind externe Schulden, Nachhaltigkeit und Entwicklung, Entwicklung der Landwirtschaft und Nahrungssicherung und internationale Strategie für Katastrophenreduktion. Die Nahrungssicherung ist für Indien aufgrund der flächendeckenden Armut und der Überbevölkerung sehr wichtig.

Katastrophenreduktion ist auch unverzichtbar, da Indien eines der Länder ist, die besonders öft von Naturkatastrophen betroffen sind. Generell unterscheiden sich alle Komitees in den Themen, jedoch stehen alle im Zeichen der Nachhaltigkeit und der Ziele, die einst festgesetzt wurden. Beispielsweise gibt es welche, bei denen es um Terroristenbekämpfung oder Chemiewaffen geht.

Was wusstet ihr vor der Vorbereitung über Indien und was hat sich für euch verändert?

Ich wusste nicht so viel über Indien. Klar, man hört etwas über die kulturellen Aspekte des Landes oder wie es dort aussieht, aber politisch dringt nicht sehr viel zu uns durch. Im Gegensatz zu Ländern wie dem Iran oder Russland bekommt man in deutschen Medien von Indiens Haltung wenig mit. Indien ist da schon etwas komplexer. Genau da haben wir auch am meisten dazugelernt.

Zum Beispiel wofür sich Indien einsetzt, un dass Indien ein Land ist, das gleichzeitig Beziehungen zu den USA, Israel und dem Iran unterhält. Es ist immer darauf bedacht, für das eigene Wohl gute Beziehungen zu führen.

Und wie setzt sich eure Gruppe zusammen?

Wir sind 28 Studierende. Leider haben wir keinen Inder in der Gruppe, aber die meisten unserer Delegation waren bereits in Indien und haben schon ein paar Erfahrungen sammeln können. Das hat uns auch sehr geholfen, da es unterschiedliche Ansichten gab und wir darüber diskutieren konnten.

Wie läuft das Planspiel vor Ort, in New York, ab?

Die Konferenz an sich dauert nur einige Tage, aber wir treffen uns schon vier Tage vorher, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Mit meinem Partner Max Haslboeck, mit dem ich in der Vollversammlung bin, arbeite ich auch in New York zusammen und wir müssen uns dann nochmal konkreter darauf vorbereiten.

Dann geht es in die Konferenz, wo entschieden wird, welches der vorgeschlagenen Themen besprochen wird. Aufgrund der Komplexität kann es pro Komitee immer nur eins sein. Danach geht es mit den Themen los: Jeder hält Reden und muss seine Haltung klarmachen. Die nächsten vier Tage geht es dann darum, eine gute Resolution zu finden, die inhaltlich effektiv ist, und an der möglichst viele Länder gearbeitet haben. Letztendlich werden dann manche verabschiedet, andere kommen gar nicht durch und dann ist man eigentlich fertig.

Zur Person


Larena Eibl
ist 20 Jahre alt und studiert an der Albert-Ludwigs-Universität Medienkulturwissenschaften mit Philosophie im Nebenfach.