Malaktion

Studierende der HKDM hübschen die Verteilerkästen der Verkehrs-AG auf

Juliet Merz

Die Freiburger Verkehrs-AG hat genug von den grauen Strom- und Steuerungskästen. Studierende der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik (HKDM) helfen nun, sie zu verschönern.

Bunte Farben, schwarze Outlines und verrückte Formen – damit haben Jessica Baumgartner, 20 Jahre, und Wencke Schaper, 19 Jahre, die drei Kästen am Bertoldsbrunnen an der Ecke Kaiser-Joseph-Straße/Salzstraße verziert. Baumgartner und Schaper studieren an der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik Freiburg (HKDM), denn sie haben einen Traum: Illustratorin werden. "Am liebsten im Bereich Game- und Character-Design", so Schaper, die aus Karlsruhe stammt und für den Studiengang Design mit Schwerpunkt Illustration an der HKDM nach Freiburg gezogen ist. Nebenher muss die im zweiten Semester Studierende allerdings jobben, ansonsten könne sie sich die Studiengebühren von 590 Euro pro Monat trotz Unterstützung der Eltern nicht leisten. "Die Gebühr schmerzt." Auch Baumgartner jobbt nebenher. Außerdem wohne sie noch bei ihren Eltern in Bad Säckingen und müsse täglich bis zu vier Stunden pendeln.


Im vergangenen Herbst entschied sich der Marketingbereich der VAG, die Strom- und Steuerungskästen entlang der Stadtbahntrassen zu verschönern. Die Kästen seien sehr graffitianfällig und würden meist unschön aussehen, teilt Sprecher Andreas Hildebrandt mit.

Die Hälfte der Entwürfe flog raus

Im Oktober 2017 kontaktierte die VAG Professor Ben Hübsch von der HKDM. In einem internen Wettbewerb im Rahmen des Bachelor-Studiengangs konnten die Studierenden Entwürfe einreichen. Eine Jury bestehend aus Ben Hübsch, Wirtschaftsförderin Hanna Böhme, VAG-Vorstand Oliver Benz, Stadtplaner Matthias Fridrich, Direktorin Julia Galandi-Pascual vom Kunstraum Alexander Bürkle und Kunstkritiker Dieter Roeschmann wählte passende Entwürfe für insgesamt 20 Standorte mit jeweils bis zu fünf Kästen in Freiburg aus. Mehr als die Hälfte der Entwürfe seien rausgeflogen, sagt Hübsch. "Entweder haben sie der Jury nicht so gut gefallen oder die Designs waren schwer umsetzbar."

Seit etwa zwei Wochen seien die ersten Kästen in Arbeit, so VAG-Pressesprecher Hildebrandt. Im September soll das Projekt abgeschlossen sein. 20 000 Euro ließ sich die VAG die Aktion kosten.

HKDM-Dozent Hübsch ist zufrieden mit dem Ergebnis: "Was ich bis jetzt gesehen habe, hat mich sehr positiv gestimmt, und ich bin hoffnungsvoll, dass es auch weiterhin gut klappt." Das Projekt sei vor allem für die jungen Künstler eine tolle Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre Kunst im öffentlichen Raum auszustellen. "Eine Win-win-Situation für beide Seiten."