Studiengebühren: u-asta plant Boykott

Christian Deker

Die Studiengebühren stehen in Baden-Württemberg vor der Tür, der Studentenprotest der vergangenen Jahren konnte die Einführung der 500 Euro-Semestergebühr nicht verhindern. Doch noch immer haben sich einige der Studenten offenbar nicht geschlagen gegeben und wollen "die letzte Gelegenheit ausnutzen, die Gebühren noch zu verhindern": Durch einen Boykott der Gebühren. Momentan laufen bundesweit Planungen für eine Boykottkampagne, für die vor allem das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren verantwortlich zeichnet: Die Studenten sollen davon überzeugt werden, statt der Hochschule das Geld zu zahlen, die Studiengebühren auf ein Treuhandkonto zu überweisen. Beteiligen sich an der Aktion eine gewisse Anzahl der eingeschriebenen Studenten (zum Beispiel 20 Prozent), dann wird das Geld nicht an die Uni weiter überwiesen. Katharina Teiting, Studentin an der Ruhr-Uni Bochum, sagt: "Die Ruhr-Uni kann es sich nicht leisten, auf einen Schlag ein Viertel aller Studierenden zu verlieren. Dann muss eine politische Lösung her, und über die Gebühren wird neu verhandelt." Auch in Freiburg laufen Vorbereitungen. Der u-asta der Uni Freiburg schreibt in einer E-Mail an die Studenten: "Die Zeit ist knapp und wir müssen auch in Freiburg die Organisation vorantreiben, da der Aufwand viel größer ist als bei 'normalen' Protesten." Der u-asta hat deshalb einen "Arbeitskreis Gebührenboykott" eingerichtet, der die Vorbereitungen übernehmen soll. Ein erstes Treffen soll bereits am kommenden Donnerstag stattfinden. Der u-asta schreibt in seiner E-Mail weiter, dass das “Hörergeld” in Deutschland 1970 erst nach einem erfolgreichen Boykott in Hamburg abgeschafft wurde. Nach dem Willen des u-asta sollen die Studiengebühren 2007 "das gleiche Schicksal erleiden".Die Versuche der vergangenen Jahre, sich mittels eines Boykotts gegen Gebühren zu wehren, verliefen für die Studenten allerdings meist ohne Erfolg: Beim Versuch, im vergangenen Sommersemester die Verwaltungsgebühr der Universität zu boykottieren, haben Hamburger Studenten deutlich Schiffbruch erlitten. Statt der erhofften 13.000 Studenten überwiesen nur 505 die Verwaltungsgebühr auf das Treuhand-Konto. Auch in Freiburg scheiterte im Jahr 2003 eine Boykottaktion des u-asta gegen den damals neu eingeführten Verwaltungskostenbeitrag. Den Protestaktionen gegen Studiengebühren der vergangenen Monate nach zu schließen dürfte die Beteiligung an einem möglichen Boykott auch nicht besonders groß werden.