Studiengebühren-Boykott an der Uni gescheitert

Carolin Buchheim

Der Studiengebühren-Boykott an der Uni ist auch in diesem Semester gescheitert. 1307 Studierenden hatten bis gestern Abend ihre Studiengebühren auf das Treuhandkonto der Boykott-Kampagne überwiesen. Das von der Kampagne bestimmte Quorum hatte bei 2300 gelegen.



Die auf das Treuhandkonto eingegangenen Überweisungen werden an die Universitätskasse weitergeleitet, so dass alle Beteiligten ordnungsgemäß und rechtzeitig zurückgemeldet sind.


Als einen der Gründe für das Scheitern des Boykotts sehen die Initiatoren die neue Geschwisterregelung, durch die Studierende mit zwei und mehr Geschwistern von den Studiengebühren befreit sind. „Durch die neuen Befreiungsregelungen sind bis zu 3600 weitere Studierende an der Universität Freiburg von Studiengebühren befreit“, sagte u-asta-Vorstand Albrecht Vorster. „Bei zuvor circa14000 zahlungspflichtigen erhöht das die selbstgesetzte Hürde der Mindestbeteiligung im Verhältnis deutlich.“

Die Gebührenfrei-Kampagne bewerten die Macher trotzdem als Erfolg. Aus der Kampagne heraus hätte sich eine "kritische Masse" gebildet, die die Öffentlichkeit für das Thema Studiengebühren sensibilisieren wollte, und für die der Boykott-Aufruf "nur eines von vielen Mitteln ist, eine öffentliche Diskussion anzuregen und geradezu zu erzwingen". „Wir haben etwas zu sagen und wir sind dabei Mittel und Wege zu finden um gehört zu werden,“ zitiert die Kampagne eine Studentin der Uni.

Und die Kampagne geht weiter. „Bei einem Campus-Camp könnten sich Studierende und andere Interessierte mit Workshops, Diskussionsrunden und Vorträgen in die Thematik einfühlen und spätestens in der bundesweiten Aktionswoche 'Bildungsstreik 2009' im Juni geht es wieder für mehr Bildungsgerechtigkeit auf die Straße,“ sagte Hermann Winterholler.

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