StudiCafé: Die StudiVZ-Kopie aus Freiburg

Aljoscha Harmsen

Seit Anfang des Monats ist StudiCafé.com online, ein Social Network von Freiburger Studenten mit auffälliger Ähnlichkeit zu StudiVZ.net. "Wir wollen nicht als Klon verstanden werden, sondern bieten eine gemütliche Alternative", sagt Johannes, einer der drei Initiatoren. Was Studicafé anders macht und was nicht: Aljoscha hat mit den Gründern gesprochen.



Personalisierte Werbung, geänderte AGBs, Weitergabe von Nutzungsdaten: StudiVZ ist längst nicht mehr die unverfängliche Gruschel-Community, die es vielleicht zu Anfang war und ruft aus Enttäuschung oder Erfolgshoffnungen Nachahmer wie ErstiVZ auf den Plan.

Die Freiburger Plattform StudiCafé versteht sich allerdings nicht als Nachahmer, denn "das Konzept, das wir verfolgen, sahen wir bisher bei keinem anderen Portal umgesetzt", erklärt Informatikstudent Nils Andre (25).

Schon seit Juni 2007, lange vor der AGB-Diskussion auf StudiVZ haben Verkehrsbetriebswirtschafts- und Logistikstudent Jörn Halbauer (28), Informatikstudent Johannes Schwenk (28) und Nils mit der Arbeit an ihrem Portal begonnen. "Jeder User kann seinen eigenen Blog auf StudiCafé starten, es gibt einen Chat, die Seite ist klar und sauber programmiert und wir benutzen fast keine Drittsoftware", sagt Nils. Dazu kommen die Funktionen, die auch StudiVZ hat.



Statt dem "Gruschel"-Button gibt es hier allerdings einen "Etwas mit (user) anstellen"-Button, bei dem die User auswählen können, ob sie den anderen knuddeln, durchkitzeln, den Stuhl unter dem Hintern wegziehen, ihn auf ein Bier einladen, Teeren und Federn oder ganz was anderes mit ihm machen.

"Uns geht es darum, zusammen mit den Usern die Plattform weiterzuentwickeln", erklärt Jörn. So sei schon aus dem Dialog mit Usern heraus ein Kalender in Entwicklung, bei dem die Events der einzelnen Gruppen eingetragen werden können. "Wenn wir in einer Doppelkopf-Gruppe sind, erinnert uns der Kalender an die Spieleabende."



Bis heute sind etwa 190 User angemeldet, "damit sind wir die reichweitenschwächste Community", scherzt Nils. Finanziert wird die Seite aus Privatmitteln der Studenten, die schon etwa 3000 Arbeitsstunden in ihr Projekt investiert haben.

Aus Kostengründen ist StudiCafé auch keine GmbH, sondern eine in England gegründete Limited, die ab einem Stammkapital von 1,40 Euro möglich ist. Zum Vergleich: Eine GmbH bräuchte mindestens 25.000 Euro. "Wir sind auf der Suche nach Freiburger Sponsoren, aber wir wollen so wenig Werbung wie möglich auf der Seite haben", sagt Johannes. Das Ziel sei für die Studenten erreicht, wenn die Kosten gedeckt sind.



"Wir machen eine ehrliche Informations-Politik, legen großen Wert auf die Sicherheit der User und wollen durch Qualität überzeugen", erklärt Nils die Vorzüge von StudiCafé. Als Konkurrenz zur großen deutschen Facebook-Kopie verstehen sich die drei allerdings nicht: "Wir können nicht die Kontaktmasse wie StudiVZ anbieten, aber wir geben unseren Usern ein komfortables und nützliches Networking-Tool an die Hand, das sie sorgenfrei benutzen können."

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