Studi-Accessoires (2): Der Flip Flop

Rebecca Schnell

Regelmäßig stellt Rebecca ein studentisches Accessoire und seine Geschichte vor. Diesmal den Flip Flop, auch bekannt als Badelatsche.



Geschichte

Flip Flops sind eine Untergattung der Zehenstegsandalen und bestehen aus einem ein bis zwei Zentimeter dicken Kunststoffboden und einem Plastikriemen, der den großen von den restlichen Zehen trennt.

Die Latschen erfreuten sich bereits bei den alten Ägyptern großer Beliebtheit. Der direkte Vorfahr unserer heutigen Flip Flops stammt jedoch von den Japanern. Schon im 11. Jahrhundert latschte man dort gerne in Zoris herum, die unseren heutigen Flip-Flops ziemlich nahe kommen.

Der Überlieferung zufolge wurden diese Sandalen bei praktisch jedem Wetter getragen, sogenannte Tabis, eine Art hufenförmiger Socken, schützten die Füße vor Kälte. Übrigens sollen die japanischen Behörden während des Zweiten Weltkriegs in der Lage gewesen seien, anhand der Zehenlage ihre eigenen Leute von den verhassten Koreanern zu unterscheiden.

Durch das jahrelange Tragen von Zoris sei bei den Japanern zwischen dickem und zweitem Zeh der Abstand wesentlich größer, als bei koreanischen Nicht-Zori-Träger. Zehenfreiheit statt Personalausweis also.


Japanische Zori, Vorfahr des heutigen Flip Flops

Früher wurde der Flip Flop von Hausfrauenbekleidungskatalogen „Dianette“ oder einfach nur Badeschlappe- oder latsche genannt. Die Bezeichnung „Flip Flop“ hat sich erst seit den 70ern durchgesetzt und verweist vermutlich lautmalerisch auf das platschende Geräusch, das Flip Flop-Träger von sich geben.

Kurioserweise widersetzt sich der Flip Flop tatsächlich einer lautlichen Umkehrung: Man kann zwar wunderbar flip-floppen, jedoch nur schwerlich flop-flippen.

Flip Flops früher und heute

Wenn man vor zehn Jahren außerhalb des Urlaubs Flip Flops trug, galt das als Affront. Lehrer starrten missbilligend auf die Strandlatschen. Der Träger selbst setzte inmitten der Schulanstalt und der perfiden Piesackereien ihrer beamtlichen Vertreter ein Zeichen der Hoffnung: Hoffnung auf Ausbruch, Sonne und die nahenden Sommerferien.

Mittlerweile sind die Flip Flops salonfähig geworden. Es schlurft auf dem Pausenhof, es schlurft in der Vorlesung und selbst auf der Tanzfläche flippt es hin und wieder.

Nicht nur braungebrannte Möchtegern-Aussteiger in Leinenhosen und Surfer-Shirts tragen Flip Flops, auch die eher konservativen Vertreter der juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten sind auf den Zug aufgesprungen.

Nicht zu verwechseln ist der Flip Flop jedoch mit seiner älteren Schwester, der Birkenstocksandale, die weder flippt noch floppt, dafür jedoch das Fußbett schont. Orthopäden warnen übrigens: Flip Flops bieten dem Fuß nur ungenügend Halt, keine Führung und zumeist zu wenig Dämpfung.

Der Pro Sieben Sendung „Galileo“ zufolge bestehen gar anatomische Gemeinsamkeiten zwischen dem Gang mit Flip Flops und dem Entengang!


So nicht: Flip Flops mit Socken

Kaufort und Marke

Flip Flops werden meist für wenige Cent in Asien hergestellt und oft für ein Vielfaches verkauft. Zu erstehen sind Flip Flops am besten im Internet und in Sportgeschäften.

Während die deutsche Marke Flip Flop sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, macht das Rennen eindeutig die brasilianische Trendmarke Havaianas, die seit 1962 rund 2,3 Milliarden Exemplare produzierte. Für den stolzen Preis von bis zu 22 Euro kann man sich rühmen, damit zur absoluten Latschen-Elite zu gehören.


BWLer-Füße mit Havaianas