Hochkultur

Studentische Theatergruppe "Herrn Nivollo's kleine Schau- und Wanderbühne" spielt Corpus Delicti

Lea Messerschmidt

Dieses Wochenende steht das Stück "Corpus Delicti" auf dem Spielplan der Theatergruppe "Herrn Nivollo's kleine Schau- und Wanderbühne". Dabei wird die Gesundheit des Einzelnen zur Krankheit des Staats.

Die Gruppe

Die Theatergruppe "Herrn Nivollo's kleine Schau-und Wanderbühne" spielt seit 2014 in Freiburg. Dieses Jahr stehen sie zum fünften Mal auf der Bühne. Von Freitag, 5. Juli, bis Sonntag, 7. Juli, spielen sie das Stück "Corpus Delicti" von Juli Zeh, jeweils um 20 Uhr, im Hörsaal am Fahnenbergerplatz.

Fast zwei Semester proben die Studentinnen und Studenten, um einmal im Jahr ein Stück zu spielen. Das Programm und die Ausarbeitung verschiedener Szenen entscheidet das Laientheater gemeinsam mit der Regie, die dieses Jahr aus Isabella Bablok und Benedikt Szabo besteht. "Zu Beginn hatten wir Vorstellungen von den Rollen, aber die Schauspielerinnen und Schauspieler haben einen großen Einfluss auf die Ausarbeitung der Rolle genommen", erzählt die Isabella.

Im November 2018 riefen Isabella und Benedikt für das Casting für "Corpus Delicti" auf. "Wir haben viele Theaterstücke gelesen, aber am Ende passte ,Corpus Delicti’ am besten. Das passt zu der heutigen Grundeinstellung der Gesellschaft und außerdem kann man viel daraus machen", sagt Benedikt. Die beiden sind seit der ersten Vorstellung von "Herrn Nivollo's kleiner Schau-und Wanderbühne" dabei, die ein Teil des Freiburger Interessenverbunds für Studentisches Theater, kurz FIST, ist. Der Name entstand damals über mehrere Abende verteilt und soll witzig sein. "Wir werden oft gefragt wer Herr Nivollo ist. Das ist ein kleines Wortspiel", erzählt Benedikt.

Auf der Bühne werden am Wochenende neun Schauspielerinnen und Schauspieler stehen, hinter der Bühne helfen beim Schminken und bei der Lichttechnik auch Mitglieder von anderen studentischen Theatergruppen. "Wir haben das meiste in der Gruppe bestritten, aber gegen Ende kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus anderen Gruppen dazu. Ohne die Unterstützung wäre alles einen großen Schritt schwieriger. Das ist der Hammer, dass wir auch gruppenübergreifend arbeiten können", erzählt Isabella.

Die Story "Corpus Delicti" von Juli Zeh

Die Geschichte soll gesellschaftskritisch sein und Tiefgang haben. Die Bonner Juristin und Autorin Juli Zeh veröffentlicht "Corpus Delicti" 2007 zunächst als Theaterstück und zwei Jahre später als Roman. Um in dem zukünftigen Deutschland , Mitte des 21. Jahrhunderts, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein langes und gesundes Leben zu gewährleisten, übernimmt der Staat die vollständige Kontrolle über die Einwohner.

Die Protagonistin Mia Holl möchte den Tod ihres Bruders aufklären. Dem wurde vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt und getötet zu haben. Im Gefängnis nimmt sich Moritz Holl das Leben, weil keiner an seine Unschuld glaubt. Mia wird während der Aufklärung zur Gegnerin des Staats. Durch die Hilfe eines Anwalts gelingt es ihr, die Fehlbarkeit des Systems aufzudecken. Die Konsequenz ist, dass Mia daraufhin psychotherapeutisch behandelt wird, damit sie nicht als Märtyrerin ins Gefängnis geht.
  • Was: "Corpus Delicti" von "Herrn Nivollo's kleine Schau- und Wanderbühne"
  • Wann: Freitag, 5. Juli, bis Sonntag, 7. Juli, um 20 Uhr (am besten ab 19.30 Uhr da sein)
  • Wo: Hörsaal am Fahnenbergerplatz
  • Eintritt: 6 Euro oder ermäßigt 4 Euro Mehr Infos: Tickets