Student klagt gegen den Betreiber des Freiburger Studentenwohnheims Campo Novo

Marius Buhl

470 Euro müssen Studenten zusätzlich zur Miete bezahlen, wenn sie ins Campo Novo ziehen wollen - die Betreiber nennen das Servicevertrag. Doch Leistungen aus diesem Vertrag gibt es kaum, Anwälte sehen darin eher die Umgehung des Bestellerprinzips. Nun klagt ein Student aus Stuttgart - er will sein Geld zurück:



Die Zimmer seien "Raumwunder", die Umgebung "entwickle sich dynamisch": Glaubt man den Betreibern des Studentenwohnheims Campo Novo in Freiburg-Zähringen, gibt es für Studenten kaum bessere Wohnungen in Freiburg. Doch das private Wohnheim, in dem derzeit knapp 400 Studenten leben, hat einen Haken: Wer einziehen möchte, muss einen Servicevertrag unterschreiben und einmalig 470 Euro bezahlen.


Auf fudder berichteten wir im vergangenen Oktober über diese Praxis. Die "Hildebrandt Immobilien GmbH", die das Campo Novo betreibt, hatte den Vertrag eingeführt, nachdem mit einer Gesetzesänderung das Bestellerprinzip in Kraft getreten war. Nun muss derjenige den Makler bezahlen, der ihn bestellt hat - in der Regel der Vermieter, nicht mehr der Mieter.

Nun klagt ein Stuttgarter Student

Ein Student aus Stuttgart hat nun auf Rückzahlung der 470 Euro aus dem Service-Vertrag  geklagt. Er wohnte im Stuttgarter Ableger des Campo Novo, das ebenfalls von der "Hildebrandt Immobilien GmbH" betrieben wird. In der Klage, verfasst von der Stuttgarter Kanzlei "Majer und Conzelmann", heißt es: "Wir sehen diese Servicepauschale als bewusste Umgehung des Verbots Maklerentgelte von Mietern zu erheben und somit als Verstoß gegen das seit geraumer Zeit geltende Bestellerprinzip."

Zusätzlich, so die Anwälte, seien die Leistungen im Servicevertrag größtenteils solche, die im Rahmen eines Mietverhältnisses ohnehin zu erbringen seien - oder solche, die keinen wirklichen Nutzen für den Mieter hätten. In der Klage verweisen die Anwälte auch auf den fudder-Artikel aus dem Oktober. Unterstützt wird die Klage vom Stuttgarter Mieterverein.

In Freiburg seien bislang noch keine Klagen eingegangen. Das sagt ein Sprecher des Amtsgerichts Freiburg der Wochenzeitung "Der Sonntag". Der Freiburger Mietrechtsanwalt Stefan Schiffer erklärte schon im Oktober gegenüber fudder, warum das so ist: "Die Kosten eines Verfahrens", sagte er, "könnten schnell höher werden als die aus dem Service-Vertrag".

Sollte der Stuttgarter Kläger nun Erfolg haben, würden aber wohl auch Freiburger Studenten ihr Geld zurück verlangen.

Der Original-Artikel auf fudder nochmal zum Nachlesen:


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[Foto: Michael Bamberger]