Streit um den Subway im Hauptbahnhof: Gastronom sagt sich vom Franchisesystem los

Felix Klingel

Der Subway im Hauptbahnhof ist kein Subway mehr: "Bon App!" heißt der Laden seit einiger Zeit. Weder der Betreiber noch Subway wollen sich momentan zu den Vorgängen äußern – sie stehen in einem Rechtsstreit.

Seit einiger Zeit ist der Subway-Laden im Hauptbahnhof kein Subway mehr. "Bon App!", steht inzwischen auf den Schildern des Ladens, daneben noch der Name "Submarines". Die Sandwiches im Angebot scheinen jedoch genau die gleichen zu sein wie bei Subway. Auch die Angebotstafeln kommen noch von Subway, der Firmenname scheint einfach überklebt worden zu sein.


Was ist da los? Der Inhaber des Ladens will sich noch nicht dazu äußern. Er befinde sich in einem Rechtsstreit mit Subway. Auch Subway selbst möchte sich zum momentanen Zeitpunkt nichts zu den Vorgängen in Freiburg sagen, wie eine Pressesprecherin des Konzerns auf fudder-Anfrage mitteilt.

Streit um Subway in Freiburg gab’s schon 2011

Es liegt aber die Vermutung nahe, dass sich wieder ein unzufriedener Ladenbetreiber vom Mutterkonzern Subway lossagen möchte. Bereits 2011 haben vier Filialen in Freiburg gemeinsam mit weiteren Filialen in ganz Deutschland gegen Subway rebelliert. Aus den Subway-Filialen wurde damals quasi über Nacht die Kette Mr.Sub.

Die Unternehmer waren damals mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis bei Subway unzufrieden: Für die vielen Gebühren habe man kaum etwas geboten bekommen, außerdem habe es wenig unternehmerische Freiheit gegeben, beklagten sie sich. Mr. Sub lief dann mit einem ähnlichen Konzept wie Subway, es gab aber auch einige Unterschiede.

Im "Bon App!" gibt’s auch Backofen-Kartoffeln und Pizza

Auch im "Bon App!" im Hauptbahnhof gibt es nicht mehr nur Sandwiches: Es stehen unter anderem etwa Backofen-Kartoffeln mit Quark sowie Pizza auf der Menükarte. Speisen also, die es so bei einem Subway nicht gibt.

Das Franchisesystem der Subway-Kette funktioniert so: Subway liefert das bewährte Geschäftskonzept, die Marke und die Einrichtung. Dafür muss ein Franchisenehmer, also der Betreiber der einzelnen Filialen, eine Gebühr bezahlen. Bei Subway sind das 12,5 Prozent des Netto-Umsatzes – jede Woche. 663 Filialen hat Subway in Deutschland.

Gegen die Mr. Sub-Restaurants zog Subway vor Gericht – das Geschäftsmodell sei zu ähnlich und damit kopiert von Subway. Das Gericht stimmt dieser Sicht zu – worauf für alle Mr.Sub Filialen in Freiburg ein teurer Umbau nötig gewesen wäre. Daran scheiterte die Existenz, Ende 2013 schloss die letzte Mr. Sub Filiale im Hauptbahnhof. Einige Monate später eröffnete sie wieder – als Subway. Mit einem anderen Franchisenehmer, doch es ist die gleiche Filiale, die sich jetzt wieder von Subway getrennt hat.

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