Streetwear-Label Rivrav: Zwei Freiburger entwerfen T-Shirts mit Wiedererkennungswert

Gina Kutkat

Fünf T-Shirts, fünf Motive, ein Stil: Die beiden Freiburger Annika Schuster und Manuel Gremmelspacher entwerfen unter dem Namen Rivrav minimalistische T-Shirts, die mit Zitaten aus der Kunst- und Musikwelt bedruckt sind. fudder-Autorin Gina Kutkat hat die beiden in ihrem Büro besucht.



Die schwarzhaarige Frau sitzt am Beckenrand eines Freibads. Im Wasser spiegelt sich die Sonne. Ihre langen Beine sind nackt, die Hand liegt im Schritt, ihre Augen kann man nicht erkennen - sie sind von einer Sonnenbrille verdeckt. Und auch sonst ist sie nur mit einem T-Shirt bekleidet. "Its not gonna lick itself" steht darauf. Auf einem anderen Bild trägt dieselbe Frau ein Shirt mit der Aufschrift "This is Street Couture". Sie steht dieses Mal vor weißgestrichenen Umkleidekabinen  - und spätestens jetzt erkennt das geschulte Augen das Freiburger Lorettobad.


Annika Schuster und Manuel Gremmelspacher haben sich das traditionelle Schwimmbad als Kulisse für das Fotoshooting ihres Streetwear-Label Rivrav ausgesucht. Im Juli ist die neueste Sommerkollektion erschienen: fünf weiße T-Shirts, mit unterschiedlichen Motiven oder Slogans bedruckt. Es gibt eins mit dem Hashtag Nohipster und eins mit einer pinken Wasserpistole. Letzteres sticht aus der Reihe heraus, die sich ansonsten dadurch auszeichnet, sehr zurückgenommen und schlicht zu sein.



"Einheitlichkeit ist mir wichtig", sagt Manuel Gremmelspacher, der hauptberuflich als Grafikdesigner für seine Firma creative linx arbeitet und sich vorrangig um das Corporate Design von mittelständischen Unternehmen kümmert. Die ersten T-Shirts hat er schon 2009 designt und 2010 dient ihm der Freiburger DJ Robert Heart als lebende Litfasssäule: Er ist von einem Shirt mit der Aufschrift "Let me be your afterhour" so begeistert, dass es sich schnell in der Szene herumspricht. "Damals drehte sich noch viel um Neonfarben, das hat sich jetzt ziemlich geändert", sagt der 29-Jährige.

Schwarz und Weiß sind die dominanten Farben von Rivrav. "Die pinke Wasserpistole ist schon krass für uns", sagt Annika Schuster. Die 23-Jährige kümmert sich in erster Linie um die digitalen Kanäle, die sie für Rivrav bespielt. Seit ein paar Wochen gibt es Rivrav bei Instagram und Facebook und auch bei Selekkt, einer Plattform für junge deutsches Design, gibt es die Produkte zu kaufen.

Der Label-Name Rivrav leitet sich einerseits von dem englischen Wort "Riff Raff" für Gesindel ab. "Auch der Butler in der Rocky Horror Picture Show heißt so", sagt Manuel. Warum bisher noch nicht viel über das Label bekannt war? "Wir haben gerade erst damit angefangen, ab und zu ein paar Sachen zu posten", sagt Annika, "und außerdem sind wir eher zurückhaltend."



Diese Zurückhaltung passt zum Erscheinungsbild von Rivrav: Clean, minimalistisch, cool. Ein Rivrav-T-Shirt setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Einem American-Apparel-Shirt, einem Design von Manuel und Annika und dem dazugehörigen Druck: Dieser kommt per Hand aufs T-Shirt, ist wasserbasiert und dadurch umweltfreundlich. "Wir legen Wert darauf, dass die Shirts fair gehandelt sind", sagt Manuel. Auf die Fahne schreiben würden die zwei sich das aber nicht.

Manuel und Annika lassen sich hauptsächlich von Kunst und Musik beeinflussen, wenn es um die Motive für ihre T-Shirts geht. "Fine rags inspired by art + music" lautet auch der Untertitel ihres Labels. "Wir zitieren viel", sagt Manuel und zeigt auf das Shirt mit dem Nohipster-Aufdruck, das an das Supreme-Logo angelehnt ist. "Für das Wasserpistolen-Shirt sind wir von Spielzeugladen zu Spielzeugladen gerannt, bis wir die beste Vorlage gefunden hatten", ergänzt Annika.



Was die Beliebtheit der T-Shirts angeht, liegt aktuell das "Street-Couture"-Shirt vorne. "Aber wir finden natürlich jedes Teil aus der Kollektion toll", so Annika. "Wenn man durch Freiburg läuft und andere mit einem Rivrav-Shit sieht, ist das ein schönes Gefühl."