Streetwear im Bermuda-Dreieck: In den Ex-Burger-King kommt ein Snipes-Store

Milena Sigler & Jakob Schwörer

Noch versperren Zeitungen den Blick durch die Schaufenster – das soll sich bald ändern: Für die ehemaliget Burger-King-Filiale in der Freiburger Altstadt ist ein Nachmieter gefunden.



Anfang Dezember des vergangenen Jahres hatte der Geschäftsführer der Burger-King-Filiale am Martinstor, Philipp Karl Eiermann, das Mietverhältnis mit der Heilsarmee gekündigt. Zuvor hatten gegenseitige Schuldzuweisungen das Klima zwischen den Beteiligten vergiftet. Eiermann warf der Heilsarmee Profitgier vor, da sie seiner Aussage nach um die 13.000 Euro Miete im Monat für die knapp 300 Quadratmeter verlangte. Diese sprach im Gegenzug von einem unseriös niedrigen Mietpreisangebot von Seiten Eiermanns, nannte aber keine Zahlen.


Seitdem versperren Zeitungen an den Schaufenstern den Blick ins Innere und wecken die Neugier der Passanten. Was diese nicht sehen können, sind die Handwerker, die im Keller schon für den neuen Mieter umbauen. Das Gebäude steht schließlich in bester Geschäftslage. Bei Preisen von zuletzt mehr als 450 Euro Miete am Tag entgeht der Heilsarmee so schnell ein hübsches Sümmchen.

Online-Versand für Streetwear

Bei dem neuen Mieter handelt es sich um Snipes, einen Online-Versandhandel für Streetwear, der aber auch mehr als 50 Filialen in Deutschland und Österreich betreibt. Snipes erhielt den Zuschlag für das Gebäude, weil das Unternehmen laut Rainer Wiebe, dem Leiter der Liegenschaftsabteilung, am ehesten den Vorstellungen der christlichen Freikirche entsprach – es hätte auch finanziell bessere Angebote gegeben. Snipes verkauft Mode von bekannten Skate- und Streetwear-Firmen wie Vans, Etnies und Converse. Schon lange möchte das Unternehmen in Freiburg Fuß fassen: "Seit nun mittlerweile zwölf Jahren suchen wir in Freiburg ein geeignetes Lokal, um einen neuen Snipes-Store zu eröffnen. Wir sind äußerst zufrieden, dass uns dies nun gelungen ist", teilte Lloya Brunson, Leiterin der Marketingabteilung per E-Mail mit.

Zum Mietverhältnis selbst wollte sich die Heilsarmee nicht äußern. Olivier Chevalley, Leiter der Heilsarmee Freiburg, verweist auf die Zentrale in Köln, die für die Vermietung zuständig ist. Auf Nachfrage teilt dort Pressesprecher Andreas Quiring mit: "Wir werden keine Informationen herausgeben, die unser Mieter nicht selbst veröffentlichen möchte." Doch auch dem Mieter sind kaum Informationen zu entlocken. Auf den Mietpreis und die Probleme in der Vergangenheit angesprochen teilt Snipes-Sprecherin Brunson lediglich mit, dass das Verhältnis zur Heilsarmee wie zu jedem ihrer anderen Vermieter sei. Der Mietvertrag ist jedenfalls schon unterschrieben.

Die Freiburger Streetwear-Fans müssen sich bis zur Eröffnung allerdings noch etwas gedulden, denn diese ist erst für April oder Mai geplant. Ein genauerer Termin steht noch nicht fest, weil größere Umbaumaßnahmen nötig sind. Schließlich sollen hier bald Hoodies und Sneaker statt Pommes und Burger unter die Leute gebracht werden.

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[Foto: Michael Bamberger]