Streetart-Check: Franky Duck im Kurzporträt

Bernhard Amelung

Aaron Leber ist MC, Songwriter, Cartoonist und Streetartkünstler. Er ist Mitglied der Freiburger Rapgruppe PunchVerband und beschäftigt sich als Franky Duck mit Graffiti und Streetart. Was sein Pseudonym bedeutet und welche Themen ihn in seiner Arbeit beschäftigen:



Wann hast du mit Street Art angefangen?

Begonnen hat alles mit Graffitis. Mit 13 habe ich angefangen, zu sprayen. Zwischen 18 und 22 hatte ich eine künstlerisch eher passive Zeit. Dann ging es mit Streetart los, auch weil Styles malen irgendwann ein bisschen langweilig für mich wurde. Jetzt versuche ich oft, Graffiti-Einflüsse und Komikfiguren und Karikaturen oder Streetart-Elemente mit abstrakter Malerei zu kombinieren. Zur Zeit male ich an diversen Leinwänden und ich bastle an Skulpturen, die ich irgendwo im Außenbereich anbringen werde.

Woher kommt dein Interesse für diese Kunstform?

Interesse ist natürlich auch aus der HipHop-Kultur und dem Grafitti entstanden aber auch aus Popart und anderen moderne Kunstformen.

Wie arbeitest du?

Immer unterschiedlich. Ich arbeite aber meistens abends zuhause, und immer an mehreren Projekten zeitgleich. Je nachdem, wie ich drauf bin, kann ich manchmal eben eher mit der Sprühdose, manchmal eben besser mit Pinseln oder Stiften arbeiten. Ich male aber auch sehr gerne mit anderen Künstlern zusammen an gemeinsamen Werken.

Welche Themen beschäftigen dich in deiner Arbeit ganz besonders?

Provokante Bilder und gesellschaftskritische Karikaturen mach ich am liebsten. Ich fang gerade eine Kollektion an welche ich zum Teil auch auf die Straße bringen will, die das Thema Religion behandeln. Das scheint ja gerade sehr aktuell.

Von wem oder was lässt du dich inspirieren?

Inspiration schöpfe ich aus allen Formen der Kunst. Ob ich mir Gemälde von Dalì, Picasso oder Hundertwasser anschaue oder von Can two, Seen oder Won. Ob ich handwerkliche Kunst wie Steinmetzarbeiten, oder schöne Schreinerarbeiten sehe oder eben die Kunst von den Strassen beziehungsweise das Leben auf der Strasse in der Stadt selbst. Ich geh auch gerne ins Museum oder auf Kunstaustellungen, oder schau mir Bilder in Katalogen an. Alle Kunstformen haben bei mir ihren Platz.

Was bedeutet dein Pseudonym?

Franky Duck ist zum Teil eine Hommage an Franky goes to Hollywood zum anderen eine Karikatur, eine Komikfigur von mir selbst. Und ich nehme mit dem Namen bewusst eine etwas unernste Rolle ein, unter dem Namen mach ich ja auch HipHop-Musik und die Szene ist ja mittlerweile von so einem Pseudo-Gangsterimage geprägt, jeder will der harte Kerl sein. So nehme ich die moderne Mainstream-Raplandschaft ein bisschen auf den Arm.

Street Art ist Geschmiere. Wie stehst du zu dieser Behauptung?

Totaler Quatsch. Ich bin froh über jeden Farbtropfen der in der stadt landet! Selbst einfache Tags wo für viele nur Geschmiere ist, haben zum Teil einen hohen Stellenwert bei mir. Wenn du aus vielen Tags ein gesamt Bild schaffst, können wundervolle Muster entstehen.

Welchen Street Art-Künstler sollte man unbedingt kennen?

Andreas Krämer alias Index. Ein Künstlerkollege von mir und ein Mensch mit qualitativ sehr hochwertigen und aussagekräftigen Werken.

Der Streetart-Check

Graffiti unter Brücken, Stencils, Sticker und Pasteups auf Hauswänden oder Stromkästen, Bilder mit humorvollen oder politischen Aussagen: Täglich begegnet man in Freiburg bunter Straßenkunst. Wer sind ihre Schöpfer? Wie arbeiten sie? Von wem lassen sie sich beeinflussen? Antworten auf diese Fragen gibt die Serie Streetart-Check. Du bist Graffiti- oder Streetart-Künstler und möchtest Teil dieser Serie sein? Schreibe uns an info@fudder.de.

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Fotos: Franky Duck

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