Streetart-Check: Embi im Kurzporträt

Bernhard Amelung

Einhörner, Ballone, Regenbogenfarben: Die Schablonenkunst von Embi sorgt für fröhliche Farbmomente auf grauen Einheitswänden in der Freiburger Innenstadt. Wie sie arbeitet, von wem sie sich inspirieren lässt und was ihr Pseudonym bedeutet:




Wann hast du mit Street Art angefangen?

 


 
Bisher habe ich mich noch gar nicht nicht als Streetartistin gesehen. Ich freue mich jedoch über diese Bezeichnung. Ich bin noch sehr neu in dieser Szene, erst letztes Jahr im September 2015 habe ich meine ersten Stencils hergestellt.

 

Woher kommt dein Interesse für diese Kunstform?

   


 
Ich habe Kunstgeschichte studiert und daher grundsätzlich Interesse an Kunst. Mein besonderes Interesse an Streetart hat sich ebenfalls im Laufe des Studiums entwickelt. Durch einen befreundeten Streetartisten aus Freiburg bekam ich einen näheren Einblick in die lokale Szene, er hat mich auch gleichzeitig dazu gebracht, es selbst einmal auszuprobieren.

 

Wie arbeitest du?

   


 
Ich arbeite hauptsächlich mit Stencils, also Schablonen. Dabei wird das Motiv auf Raufasertapete gesprüht und später mit herkömmlichem Kleister auf die Wände aufgetragen.

 

Welche Themen beschäftigen dich in deiner Arbeit ganz besonders?

   


 
Unbeschwertheit, Fröhlichkeit, Farben, ein wenig Ironie. Das Leben, vor allem bei uns in Deutschland, ist gar nicht so schwer wie es von außen manchmal scheint.



Von wem oder was lässt du dich inspirieren?

     


   
Da ich schon recht viel gereist bin, kamen die Ideen für ein neues Motiv meist während einer Reise oder sind Motive von vergangenen Reisen. Das Motiv des "Balloonboy" zum Beispiel stammt aus Lateinamerika. Der "Unicornballoon" ist entstanden, weil mir beide Motive einfach gut gefallen, sie strahlen für mich außerdem eine Leichtigkeit aus.

   

Was bedeutet dein Pseudonym?

       


   
Pseudonym bleibt Pseudonym.

   

Street Art ist Geschmiere. Wie stehst du zu dieser Behauptung?

       


   
Meine Antwort ist in dem Fall natürlich "Vollkommener Quatsch!". Allerdings muss man diese Behauptung natürlich von verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ich denke, dass Streetart nicht nur eine Kunstform ist, sondern viel mehr auch Teil einer Subkultur, der sich verschiedene Gruppen angeschlossen haben, um damit ihre Kreativität ausleben zu können. Es ist eine Art Rebellion gegen den grauen Alltag ihrer Umgebung und wird gleichzeitig als Sprachrohr benutzt. Was für den einen eine unverständliche "Schmiererei" ist, ist für den anderen eine Botschaft oder Inspiration. Wenn man sich nicht mit dieser Art der Kunst beschäftigt, können Motive oder Schriftzüge unverständlich bleiben.

   

Welchen (regionalen) Street Art-Künstler sollte man unbedingt kennen?

       


   
Da gibt es einige tolle Künstler in der Region. Spontan würde ich da Ketauu, Lilo, Loki, Twinone, Arti, und Nest Dafoe nennen.

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