Straßenrap in Freiburg? 5 Antworten von Escape und Lufta

Christoph Wendt

Die Freiburger Escape und Lufta supporten morgen Abend im Galasaal den Offenbacher Rapper Haftbefehl. Chris hat die beiden gefragt, wer sie überhaupt sind und wie man in einer Studentenstadt Straßenrap machen kann.

Für alle, die euch noch nicht kennen: Stellt euch doch mal kurz vor.


Escape: Ich bin 24 Jahre alt, gebürtiger Freiburger und rappe seit etwa sechs Jahren.

Lufta: Ich bin 21 Jahre alt, wohne seit fünf Jahren in Freiburg und rappe seit circa drei Jahren.

Ihr seid ja recht fleißig, was Releases und Videos angeht. Was sind eure aktuellen Projekte und  wann gibt's wieder was Neues zu hören und zu sehen?

Escape: Ich hab letzes Jahr zwei Platten released: die „Fluchtweg“-Demo und die „Nur ein Traum“-EP. Zum Track „Nachts“ habe ich vor Kurzem mein erstes Video rausgehauen. Und da Stillstand bekannterweise Gift für Künstler ist, arbeite ich fleißig an neuen Sachen - unter anderem an einem neuen Video, das in Kürze fertiggestellt werden soll. Desweiteren arbeite ich derzeit an meinem Underground-Debutalbum. Das Gerüst dafür steht bereits, der Releasetermin ist allerdings noch nicht bekannt. Es wird in nächster Zeit noch Einiges auf die Leute da draußen zukommen.

Lufta: Ich bin momentan dabei, meine Free-EP „Ehrlichkeit ist Macht“ fertigzustellen, die demnächst released wird. Produziert wurde die Scheibe von Reyk Beats aus Freiburg. Es ist eine sehr ehrliche Platte mit sieben sehr persönlichen Tracks von mir. Danach wird ein Album folgen; außerdem bin ich noch dabei, Videos zu produzieren. Wir sind fleißig an neuen Sachen dran!

Ihr selbst gehört ja mehr zu einer neueren Freiburger Generation, die sich eher zu den Streetrappern zählt. Wie hat sich die hiesige Hiphop-Szene aus eurer Sicht entwickelt und wie stellt sie sich derzeit dar?

Escape: In der Vergangenheit gab es in Freiburg mehr Rapper, die die Sparte „Backpacker“ abgedeckt haben. Aber es gab auch einige, die von der hiesigen Szene gar nicht richtig wahrgenommen wurden - zum Beispiel „La Rassa“, die jahrelang ihr Street-Ding durchgezogen haben. Derzeit herrscht ein wenig Umbruchstimmung. Viele neue talentierte junge Künstler sind am Aufstreben und werden auch noch ihr Stück vom Kuchen abbekommen. Es entwickelt sich also alles ein bisschen mehr in Richtung Straßenrap.

Freiburg gilt ja gemeinhin als Studentenstadt. Dementsprechend gewinnt man schnell den Eindruck, dass hier die Köpfe lieber zu Blumentopf und Fanta Vier nicken. Seht ihr das genauso?

Escape: Nein, das seh ich überhaupt nicht so. Freiburg hat auf jeden Fall noch eine andere Seite als das Image „Studentenstadt“, das hier ja oft produziert wird. Es gibt zum Beispiel Stadtteile, in denen ein hoher Migrantenanteil herrscht und in denen die Bevölkerung einfach ärmer ist. Und diese Seite wird oftmals tot geschwiegen.

Lufta: Genau! Und die, die dort wohnen, können sich mit Blumentopf und Co einfach nicht identifizieren, ja, kennen diese Art von Rap teilweise noch nicht einmal und hören dann wohl eher Straßenrap. Und dafür sind dann wir da, um einfach mal ein bisschen Veränderung in die Szene zu bringen und ein Gegengewicht zu schaffen.

Escape: Grundsätzlich haben wir aber überhaupt nichts gegen Blumentopf und Co und finden es absolut in Ordnung, wenn jemand lieber solchen Rap hört.

Ihr seid am Samstag Support des Offenbacher Rappers Haftbefehl, der ja in den Medien gerade sehr gehyped wird. Was erwartet ihr vom Konzert?

Escape: Einen coolen Abend. Wir hoffen, dass ein möglichst gemischtes Publikum am Start ist - vielleicht ja auch mal ein paar Backpacker-Rap-Fans, die sich anschauen, was da so geht. Wir wollen eben auch, dass die Leute offener für andere Sachen werden und nicht immer gleich urteilen. Denn: Letztendlich ist das ja auch nur Hiphop.

Lufta: Wir hoffen, dass die Hütte voll wird, dass es ein offener Abend wird und wir alle gemeinsam feiern.

 

Escape - Bruder (feat. Rosano)

Quelle: YouTube
[youtube RGHCLIAnJIY nolink]

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[Bilder: Promo]