Straßenbahnen sollen an Wochenenden nachts durchfahren

Joachim Röderer

Der Nahverkehr in Freiburg steht vor einer kleinen Revolution: Von Dezember an sollen an Wochenenden und vor Feiertagen die Straßenbahnen der Freiburger Verkehrs-AG im Halbstundentakt nachts durchfahren.



Mehr Service fürs Ausgehpublikum in Freiburg: Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 könnte es in den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und in den Nächten vor Feiertagen erstmals einen geregelten Rund-um-die-Uhr-Betrieb für Straßenbahnen geben. Ein entsprechender Vorschlag der Stadtverwaltung ist Teil des Konzeptes gegen Lärm in der Innenstadt.


Die zusätzliche Kosten für die Nachtbahnen werden nach BZ-Informationen rund 550 000 Euro pro Jahr betragen. Der Gemeinderat muss dem Vorschlag und den zusätzlichen Ausgaben in seiner Sitzung Ende März noch zustimmen. Ein "Ja" des Stadtparlaments gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Halbstunden-Takt geplant

Vorgesehen ist ein Halbstunden-Takt. Am Freitagnachmittag wird der Erste Bürgermeister Otto Neideck das Konzept in einem Pressegespräch zum Thema "Lärmbelastung in der Innenstadt" vorstellen. Hauptthema neben dem Kommunalen Ordnungsdienst ist das Ausweiten des nächtlichen Nahverkehrs. Geplant ist, dass die Linie 1 die ganze Nacht zwischen Littenweiler und Landwasser und die Linie 3 zwischen Vauban und Haid verkehren.

Zudem soll es eine Kombination der Linien 2 und 5 geben, die via Bertoldsbrunnen zwischen Rieselfeld und Zähringen fährt. Der Freiburger Westen werde über eine Nachtbuslinie angedient, heißt es im Vorschlag des Rathauses. Die Umlandgemeinden könnten dann mit Taxen und gegebenenfalls Bussen von den Endhaltestellen der Straßenbahn aus angefahren werden.

Lange Pause bei den Planetenbussen

Bislang enden die Fahrten der Stadtbahnlinien laut Fahrplan gegen 1 Uhr. In den Wochenendnächten übernehmen die nach Planeten benannten sieben Nachtbuslinien die Beförderung der Nachtschwärmer. Die Fahrten ab Freiburg-Innenstadt starteten im Schnapszahlen-Fahrplan um 1.11 Uhr, 2.22 Uhr, , 3.33 Uhr und 4.44 Uhr. Die lange Pause von 71 Minuten galt als Problem – auch weil die Wartenden immer wieder viel Lärm veranstalten.

Bei einer Podiumsdiskussion der SPD Mitte November hatte aus diesem Grund Harry Hochuli, der Leiter des Polizeireviers Freiburg-Nord, häufigere Nachtfahrten gefordert – und war damit auf große Zustimmung gestoßen. Bei der Freiburger Verkehrs-AG hatte man sich zunächst reserviert gezeigt.

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[Foto: Thomas Kunz]