Grüner Fluss

Stoff Uranin färbte wohl die Dreisam grün

Sebastian Krüger

Viele Freiburger Spaziergänger waren verunsichert, als das Wasser der Dreisam am Samstag in einem satten Grünton durch die Innenstadt plätscherte. Schuld an der Verfärbung ist laut Polizei wohl der Stoff Uranin.

Uranin sei in der Lage, Wasser grün zu färben, bestätigt Mineraloge Wolfgang Siebel von der Uni Freiburg. Bei dem Stoff handelt es sich um ein wasserlösliches Salz, das Bestandteil des Farbstoffes Fluorescein ist, mit dem zum Beispiel Seifen und Badeextrakte gefärbt werden. Auch lassen sich mit dem Salz Krankheitserreger in Flüssigkeiten nachweisen.


Vom giftgrünen Fluss geht keine Gefahr für Tiere aus

Geologen und Hydrologen verwenden das als biologisch unbedenklich geltende Uranin, um unterirdische Strömungen zu entdecken. Allerdings handelte es sich bei der Grünfärbung der Dreisam am Samstag nicht um die Folge eines geologischen Experiments. Für solche Versuche sei der geologische Bau im Einzugsgebiet der Dreisam nicht geeignet, sagte Siebels Kollege David Dolejs.

Die Polizei sprach von einer harmlosen Substanz, von der keine Gefahr für Menschen und Tiere ausgehen würde. Wer die Farbe ins Wasser gekippt hat, konnte die Polizei derweil noch nicht aufdecken. Sie ermittelt weiter. "Ich fürchte in diesem Falle hat sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt", sagt Mineraloge Siebel.

Umweltaktivisten färben Flüsse in Frankreich grün

Vor anderthalb Jahren haben Umweltaktivisten der Organisation "Action Intersyndicale de L'Environnement" einige Flüsse in Südfrankreich mit Uranin gefärbt. Anlässlich der Klimakonferenz in Paris wollten die Umweltschützer mit der Aktion auf die schlechte Wasserqualität von französischen Gewässern aufmerksam machen.

Zum St.Patricks Day werden weltweit Flüsse grün gefärbt

Auch am St. Patrick’s Day, an dem die Iren traditionell dem verstorbenen Nationalheiligen Patrick gedenken, wird etwa der Chicago River in der amerikanischen Großstadt Chicago grün gefärbt. Seit 2003 greift der zuständige Installateursverband jedoch nicht mehr auf Uranin zurück. Wie die britische Boulevardzeitung Daily Mail berichtet, verwendet der Verband seither einen rein pflanzlichen Stoff, über dessen Zusammensetzung er keine näheren Angaben macht.

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