#bzsterne

Sternschnuppennacht 2016: In der Nacht zum Freitag sind die Sternschnuppen besonders gut zu sehen

bz

Sternschnuppennacht 2016: Wer einer vorbeihuschenden Sternschnuppe einen Wunsch anvertrauen möchte, sollte in den kommenden Nächten zum Himmel schauen – und die Bilder mit #bzsterne versehen.

Der alljährlich wiederkehrende Meteorschwarm der Perseiden ist im Anflug und verspricht diesmal ein besonders prächtiges Schauspiel: Bei wolkenlosem Wetter werden noch deutlich mehr Sternschnuppen am Nachthimmel über Deutschland aufleuchten als sonst im August. Meteorologen zufolge ist die Sicht in Süddeutschland am besten.


Zu welcher Uhrzeit und an welchen Plätzen man die beste Chance hat, möglichst viele Sternschnuppen zu sehen, hat der Freiburger Astronom Otto Wöhrbach 2015 in diesem fudder-Interview über die Sternschnuppennacht erläutert. Seinerzeit war ab Mitternacht mit den ersten Sternschnuppen zu rechnen. Es ging bis in die frühen Morgenstunden weiter. Dann lohnte es sich am meisten, Ausschau zu halten, da die Erde quasi mit dem Gesicht auf die Staubwolke zuflog.

Die schönsten Bilder und Videos sammeln wir unter dem #bzsterne



Die meisten von Donnerstag auf Freitag

"Das Maximum des Stroms erwarten wir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag", sagt Manfred Gaida, Astronom und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bei tiefdunklem Himmel fernab der lichtdurchfluteten Städte dürften dann stündlich bis zu 150 Meteore zu sehen sein - und selbst bei etwas schlechteren Beobachtungsbedingungen dürfen Himmelsgucker noch auf mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde hoffen.

"Die beste Beobachtungszeit dürfte am frühen Freitagmorgen zwischen 1 Uhr und 5 Uhr liegen", sagt Gaida voraus. Da der Mond um 0.45 Uhr untergeht, wird der helle Erdtrabant die Meteore dann nicht mehr überstrahlen können.

Sternbild Perseus ist der Namensgeber

Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, den die Astronomen Radiant nennen. In Wahrheit kommen die Sternschnuppen freilich nicht aus der fernen Fixsternwelt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinung, die Sternschnuppe genannt werden.

Jupiter ist für die Menge verantwortlich

Dass in diesem Jahr besonders viele Perseidenmeteore erwartet werden, liegt am Riesenplaneten Jupiter: Alle zwölf Jahre verschiebt der größte Planet des Sonnensystems durch seine Schwerkraft den Staubstrom auf der Kometenbahn in Richtung Erdbahn. Zuletzt bescherte Jupiter auf diese Weise den Himmelsguckern im Jahr 2004 besonders viele Perseiden.

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich bei einem Meteorschwarm übrigens ein Bild wie einem Autofahrer bei dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe sieht es so aus, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt nur die Perspektive einen Streich - genauso wie bei den scheinbar herabrasenden Perseiden, deren Leuchtspuren am Himmel sich alle ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Meteore mit farbig nachglühendem Schweif

Bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre leuchten die größeren Meteore so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener, sind die so genannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht ohne künstliches Licht reichen aus. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.



Im Volksmund heißen die Augustmeteore übrigens "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Deswegen kommen an diesem Tag auch Tausende auf den Feldberg zum Laurentiusfest. Seither, so erzählt die Legende, soll es an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

Mehr zum Thema: