Stephan Bodzin: Bass muss sein

Bernhard Amelung

Am Freitag, den 8. April 2011, schlägt das dynamische Duo Marc Romboy & Stephan Bodzin im Alten Stinnes Areal auf. Bernhard hat sich vorab mit Stephan unterhalten und festgestellt: Bass muss sein.



Stephan: In diesem Jahr tourst Du gemeinsam mit Marc Romboy im Rahmen der „Luna Live Tour“ um den Globus. Ist dies eure erste gemeinsame Tour?

Ja, das ist tatsächlich unsere erste gemeinsame Tour am Stück. Wir haben früher schon hier und da mal back-to-back aufgelegt und waren letztes Jahr gemeinsam für drei Shows in Mexiko. Aber so 'ne richtige Tour haben wir vorher nicht gemacht.

Als Produzenten arbeitet ihr schon länger zusammen. Wo habt ihr euch kennen gelernt und was hat euch musikalisch zusammengeführt?

Vor circa 17 Jahren haben Oliver Huntemann und ich unsere erste gemeinsame Produktion "caunos herzsprung" an Marcs Label "Le Petit Prince" geschickt. Es kam tatsächlich zur Veröffentlichung. Damit begann meine Zusammenarbeit mit Marc wie auch die mit Oliver, mit dem ich ja viele viele Jahre gemeinsam produziert habe.

Marc und ich hatten bis 2004 eine reine Label/Artist-Beziehung. Wir kamen eigentlich erst sehr spät auf die Idee, auch mal gemeinsam zu produzieren. Das ging - nach einigen Anlaufschwierigkeiten - dann auch ganz locker von der Hand. "Luna" war direkt unser erster Track.

Du lebst und arbeitest in Bremen, Marc Romboy in Düsseldorf. Wie kann man sich eure Zusammenarbeit vorstellen? Wie oft geht ihr gemeinsam ins Studio?

Ich lebe und arbeite ab diesem Monat - ich antworte auf die Fragen in meiner komplett ausgeräumten Wohnung! - in Lissabon: Sonne, Meer, ein neues Album. Das erschwert die Studioarbeit mit Marc natürlich. In der Vergangenheit kam er meist zu mir nach Bremen ins Studio und blieb für eine Woche, in der wir tendenziell immer eine EP geschafft haben ... Okay: manchmal auch zwei.

Wie lange arbeitet ihr an euren einzelnen Tracks?

Eben, wie gesagt: schnell muss das gehen, sonst ist da der Wurm drin und es wird verkopft.

Wie produzierst Du selbst am besten Stücke und wie kannst Du am besten arbeiten?

Dafür gibt es keinen Pauschalansatz. Meist fange ich mit einem simplen Beat an, der mal grundsätzlich den Style ansagt, auf den ich heute Bock habe. Dann folgt gerne mal die Melodie beziehungsweise gleichzeitig der Sound dazu. Dann das ganze dem Beat anpassen, was die Melo meist wieder verwirft, die also dann wiederum dem Beat angepasst werden muss. Et cetera, et cetera, et cetera.  

Du giltst als überaus technikbegeistert und experimentierst gerne mit neuen Geräten. Welches Instrument ist Dir das liebste und warum?

Am liebsten ist mir nach wie vor  - wenn auch nicht zwingend produktionsbezogen - der Minimoog. Ganz einfach, weil er das Original, die Mutter einer ganzen Bewegung ist und den fettesten Bass ever generiert. Und Bass muss sein. Reaktor wäre da noch von Seiten der Software-Fraktion zu nennen. Das kann alles.  

Du bist in einem musikalischen Umfeld aufgewachsen - Dein Vater war Berufsmusiker. Wer oder was hat Dich zur elektronischen Musik gebracht?

Ja mein Vater war’s. Erst ließ er mich jahrelang und gegen meinen Willen klassisches Klavier lernen, und dann zeigte er mir, was seine seltsamen Kabelwände zu bedeuten haben. Danach war ich kaum noch draußen zu sehen und drehte dauernd an irgendwelchen Knöpfen, die lustige Geräusche machten.

Wer oder was hat Dich seit dieser Zeit in Deiner Musik beeinflusst?

Viele. Kann ich so gar nicht beantworten. Ich habe soviel Musik gehört und gemacht in meinem Leben, da weiß ich beim besten Willen kaum noch, wer mich wann auf welchen Weg geschickt hat. Aber die Zusammenarbeit mit Oliver Huntemann und Marc Romboy war schon prägend.

Dein Sound ist sehr energiegeladen. Wo spielst Du ihn am liebsten? In kleinen Clubs oder auf Großveranstaltungen?

Eher in kleinen Clubs. Da siehst du den Leuten direkt in die Augen, bekommst eine klare und sehr persönliche Resonanz, feierst mit (!) den Leuten und nicht für die Massen. Wobei der Adrenalinpegel, zum Beispiel vor 20.000 Menschen auf einer rauschenden Großveranstaltung zu spielen, auch nicht zu unterschätzen ist.

Wie baust Du Dein Set auf? Welche Aspekte spielen dabei eine Rolle?

Ich versuche gerne und oft, die Leute direkt zu erreichen, zu euphorisieren, um dann erstmal runterzukommen um später dann erst die großen Tracks zu spielen. So oder ähnlich machen das viele DJs denke ich. Der wesentlich Punkt an der Sache ist, die Vibes der Menschen und des jeweiligen Clubs/Events zu erfassen und im Rahmen meiner musikalischen Ausrichtung die richtige Dramaturgie zu finden. Hohe Dynamik ist mir hier wichtig. Und durchaus auch Abwechslung.

Ein gleichmäßiges, stilsicheres Zwei-Stunden-Set mag ja durchaus Kunst sein, ist mir aber meist zu fad. Ich beweg mich gerne auch mal zwischen den Genres hin und her. Nicht übermäßig, aber offen.

Was hast Du Dir für Freiburg vorgenommen? Wen möchtest Du mit Deiner Musik besonders erreichen?

Ich möchte alle erreichen, die feiern und gute Musik hören wollen, die eine intensive Show sehen und hören möchten und auch 'ne gute Ladung positive Energie vertragen und versprühen können! Ich freu mich auf jeden fall sehr drauf!

Verlosung

fudder verlost zwei Mal zwei Tickets für Stephan Bodzin vs. Marc Romboy. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff  "Bodzin" an gewinnen@fudder.de.

Einsendeschluss
ist Freitag, 8. April 2011, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden am selben Tag per E-Mail benachrichtigt. Schaut also in euren Posteingang. Viel Glück!

Was: Sinnestäuschung präsentiert Luna Live Tour mit Stephan Bodzin vs. Marc Romboy
Wann: Freitag, 8. April 2011, 23 Uhr
Wo: Altes Stinnes Areal, Hans-Bunte-Straße 16c (Kostenloser Shuttlebus vom Stadttheater ab 23:30 Uhr im 30-Minuten-Takt direkt ans Areal)

Mehr dazu:

[Bild: Promo]