Stell dir vor es gibt einen neuen Radiosender und keiner weiß davon!

Tom Lissy

Ab heute, dem 1. Dezember, gibt es in Freiburg einen neuen Radiosender: Echo-fm. Der neue Sender ist ein Gemeinschaftsprojekt von Universität, PH, FH Kehl und der Jazz- und Rockschule. Hören kann man das ganze in Freiburg über Antenne auf 88,4 oder weltweit per Internet-Stream. Aber was genau erwartet einen da denn jetzt? Noch ein Format-Radio? Ein Aufguss von Radio Dreieckland? Und wieso, bitte, hat bisher keiner etwas davon mitbekommen? fudder-Autor Tom hat bei zwei der Radiomacher der Jazz-und Rockschule nachgefragt.



Das Take-One Studio liegt im Keller von der Jazz- und Rockschule im E-Werk. Hier treffe ich 'Jeans' Merkl und Manuel Luchena, die sich auf ihre Echo-fm Sendung 'Live' vorbereiten, die sonntags ab 20:00 Uhr läuft und sich mit Livemusik in allen Formen beschäftigt.

An drei Tagen in der Woche ist die Jazz- und Rockschule jeweils ab 20.00 Uhr zuständig für die Sendungen die bei Echo-fm über den Äther gehen. Außer Jeans und Manuel ist auch noch Henning Hellfeld im Redaktionsteam der JRS Sendungen mit dabei.

„Jede 'Abteilung' macht ihr eigenes Programm. Wir wissen gar nicht genau was die Uni oder die PH an Sendungen macht“ erklärt Jeans. Nicht weiter dramatisch. Dafür wissen sie genau, was sie machen wollen. Und das klingt vielversprechend.

Am Samstag gibt es um 20.00 Uhr zum ersten Mal die Sendung Stylorama zu hören. Musikalisch gibt es laut den Machern alles was kracht. „Die Sendung ist der stylische Start in den Samstagabend. Man kann sich zuhause mit Freunden treffen, in Feierlaune bringen und ein bisschen Radio hören, das für alle was bietet.“



Assoziationen wie 'Die Hits der 80er und 90er und das Beste von heute' drängen sich bei dieser Formulierung ins Bewusstsein. Jeans lacht. „Um Himmels Willen! Wir wollen uns auf jeden Fall von den bisher in Freiburg empfangbaren Sendern absetzen. Und ich denke schon, dass wir das auch werden“ Das heißt musikalisch: ein bisschen Rock, ein bisschen Pop, Hip Hop, Dancehall, Alternative, Elektro, Reggae und so weiter. Die Musik soll ausbrechen aus dem Schema Formatradio. Dazu Jeans „Es wird eh überall das selbe gespielt. Da müssen wir das nicht auch noch machen.“. Außerdem wird versprochen, dass Captain Jack Sparrows am Samstag in der ersten Sendung ein Interview Gast sein wird. Den haben wirklich nicht viele gehabt!

Und die anderen Sendungen?

Nach Stylorama gibt es zwei Stunden Musik Non-Stop mit lokalen Freiburger DJs. Auch hier ist die Stilrichtung völlig frei. Mal ist es ein Minimal-Frickel-DJ, dann ein Hip-Hop-Aufleger und beim nächsten Mal gibt es dann Indie. Eigentlich eine gute Idee um durch den Dschungel der DJ Pseudonyme durchzusteigen.

Um Mitternacht wird es samstags entspannt. Die Sendung Chillosophie bietet relaxte Sounds und nicht immer ganz ernst gemeinte Lebensweisheiten.

Jeden Mittwoch gibt es im Wechsel die Sendung JRS die sich auf Jazz in allen Formen und Farben konzentriert und Südseite. Südseite ist eine zweistündige Sendung in der es um die Freiburger Musikszene geht.

Hier gibt es Musik von Freiburger Bands, Konzertberichte, Portraits und Interviews. Die erste Sendung wird sich mit der dritten Folge der Freiburg Tapes beschäftigen, die letzte Woche auf Jazzhaus Records veröffentlicht wurde. „Das Kalifornien Deutschland hat musikalisches wirklich viel zu bieten. Es gibt genügend Bands um alle zwei Wochen damit eine gute Sendung zu machen.“

Soweit klingt das doch alles recht juicy! Aber warum weiß denn jetzt keiner davon? „Der Sender ist eine Low-Budget Sache. Für eine große Werbekampagne war einfach kein Geld da!“. Zwar gibt es kopierte Flyer und die nicht zu unterschätzende Mund-zu-Mund Propaganda, aber große, ganzseitige Anzeigen kann keiner zahlen. „Es ist schon ein wenig problematisch, aber die Werbung liegt ja nicht in der Hand der Moderatoren“ erklärt Manuel. Wir drücken auf jeden Fall alle Daumen.



Und die Moderatoren? „Wir sind in freudiger Erwartung. Ich fänd’s halt doof, wenn keiner zuhört. Wir nehmen das sehr ernst und bereiten uns gut vor.“ sagt Jeans. „Ich glaube auf jeden Fall, dass das Konzept sinnvoll ist, und seine Hörerschaft findet.“

In diesem Sinn: Alles Gute und viel Erfolg für den Sendestart!

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