Starbucks & McCafé: Das denken die Mitbewerber

Anezka Albrechtova

Es wird eng auf dem Freiburger Cafémarkt zwischen Martinstor und Gartenstraße. McCafé hat schon eröffnet, bald kommt Starbucks ein paar Meter weiter, Anfang 2009 soll eine große Gastronomie im Breisacher Tor folgen. Was sagen die benachbarten Cafébesitzer dazu?



"Wir haben absolut keine Bedenken. Die Qualität unserer Produkte ist so hoch, das lässt sich mit Starbucks nicht vergleichen", behauptet Nassrat Ziyar von der Kolben-Kaffee-Akademie.


Immerhin gibt es dieses Café am Martinstor schon seit 24 Jahren. Die Betreiber sehen keinen Grund, an ihrem Konzept etwas zu ändern. "Es interessiert uns nicht, ob da jetzt drei oder vier neue Cafés aufmachen." Ziyar beruft sich vor allem auf seine Stammkundschaft, darunter viele Studenten.



Doch nicht alle benachbarten Cafébetreiber geben sich angesichts der Neueröffnung von Starbucks so unerschrocken. "Wir werden die Veränderung alle spüren", sagt Orhan Celik von der Mehlwaage. "Es stört mich aber nicht, dass Starbucks und McCafé neue Filialen in unserer Nähe eröffnen. Jeder muss sein Ding machen und der Bessere kommt eben durch. Das ist Marktwirtschaft. Andererseits belebt Konkurrenz auch das Geschäft", sagt er.

Trotz der umfangreichen Speisekarte sei der Coffee-to-go auch für die Mehlwaage eine wichtige Einnahmequelle, so Celik. "Verändert wird bei uns nichts. Mal schauen was kommt."



Ähnlich denkt Norbert Bender, Chef vom Caféhaus in der Gartenstraße. "Wenn man sich zu sehr davon ablenken lässt, was andere machen, macht man Fehler." Insofern lasse ihn die neue Konkurrenz im Grunde kalt.

"Im Markt ist momentan ohnehin viel Bewegung. Das Caféhaus gibt es schon seit 20 Jahren und wir haben viele Wechsel und Wandel mitgemacht." Die Konkurrenz hätte er noch nie massiv gespürt, auch das Caruso und das Wiener nicht. Warum sollte das nun anders sein? Gelassen sagt Bender: "Ich tippe eher auf einen Krieg zwischen McCafé und Starbucks."



Charlotte Wöhrle vom Oscar's sagt: "Klar, Starbucks hat guten Kaffee. Aber Konkurrenz ist meiner Meinung nach eigentlich immer etwas Positives. Ich glaube eher, dass Starbucks die Leute jetzt noch mehr hier in unsere Gegend ziehen wird."

Als Vorteil nennt Wöhrle, dass es im Oscar's auch andere Getränke und richtiges Essen gebe. "Und einen eigenen Raucherbereich."



Bleibt noch das Teegeschäft Teapot, direkt gegenüber von Starbucks. Die Filialleiterin Bettina Rohde sagt: "Viele meiner Kunden empfinden die Eröffnung der nächsten großen Kettenfiliale als negativ. Bei uns kennt man sich, kommt auch ins Gespräch. Das ist einfach schön. Bei einer Massenbearbeitung wie bei Starbucks ist so etwas nicht möglich."