Star System-Konzert: Keine Chance auf Ticketpreiserstattung

Carolin Buchheim

Es sollte ein Riesending werden, das Star System-Konzert in der Rothausarena. Kelly Rowland, Monrose und reihenweise Casting Show-Künstler waren für die Großveranstaltung am 5. Juni 2010 angekündigt, doch wenige Tage zuvor wurde das Event abgesagt. Mehr als ein Jahr später steht nun fest, dass Ticketbesitzer, den Eintrittspreis von 49,90 Euro nicht zurückbekommen werden.



Der Grund: das Amtsgericht Villingen-Schwenningen hat die Veranstalterfirma des Konzerts, die "Lacarré und Ricard Production GmbH", mangels Insolvenzmasse aufgelöst. Wenn das der Fall ist, wird kein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet, in dessen Rahmen Gläubiger Ansprüche normalerweise verfolgen können.


Auch auf dem Rechtsweg können Ticketbesitzer sich das Eintrittsgeld nun nicht mehr zurückholen, da es die Firma, gegen die sie einen Anspruch hatten, rechtlich gesehen nicht mehr gibt. Gegen die ehemaligen Gesellschafter der Firma haben sie keine Ansprüche - im Rahmen einer  GmbH haften Gesellschafter nur bis zur Höhe ihrer Anteile am Stammkapital; dessen Mindesthöhe nach Gesellschaftsrecht beträgt 25 000 Euro.

Betroffen sind Ticketbesitzer, die ihre Tickets im Internet direkt beim Veranstalter erworben hatten. Die Drogeriekette Müller, bei der ebenfalls Tickets für das Konzert gekauft werden konnten, erstattete direkt nach der Absage den Kaufpreis dort erworbener Tickets.

"Lacarré und Ricard Production GmbH" war 2010 in Donaueschingen gegründet worden, und hatte bis dahin noch keine Veranstaltung der Star System-Größenordnung durchgeführt. Versuche eines Veranstalters aus dem Rheinland, das Großkonzert zu übernehmen und dann doch durchzuführen, waren gescheitert.

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