Stadt will Skatepark am Karlsplatz 2013 bauen

Wolfgang Weismann

Einen Skatepark, der 750 Quadratmeter groß ist - das wünscht sich die Initiative Skatement von der Stadt. Nachdem sich die Stadt angetan von dem politischen Interesse der Jugendlichen gezeigt hat und rege in die Diskussion um den Skatepark eingestiegen ist, zögert sie dessen Bau laut Skatement nun hinaus.



Ein Sponsor sei schon gefunden, so die Stadt, er wird aber noch geheim gehalten. Der Sponsor hatte zugesagt, die Baukosten zu tragen, wenn die Stadt die Kosten für die Planung übernehme. Damit sah es zunächst so aus, als könne die Stadt eben diese Planung noch in den Haushalt für 2012 aufnehmen und den Bau spätestens im Frühjahr 2013 beginnen.


Laut Skatement-Mitglied Aaron Ammann (Bild unten), 26, seien im Mai 2012 auch schon Gespräche mit dem Planungsbüro Meier in Köln gelaufen, und die ersten Pläne seien erstellt und ausgetauscht worden. Auch der Bürgermeister hätte dem Projekt schon zugestimmt gehabt.

Jetzt sorgt ein Beschluss der Stadt für Verwirrung: Die Planungs- und Baukosten des Skate-Parks sollen zusammengeworfen und unter Sponsor und Stadt aufgeteilt werden. Da die Baukosten jedoch in den Doppeljahrgang 2013/2014 fallen würden, könne mit dem Bau des Skatepark erst angefangen werden, wenn der Doppelhaushalt im Juli 2013 abgesegnet sei, so die Stadt.



Für die Stadt mag eine Zeitspanne von ein oder zwei Jahren nicht sehr lang sein. Jugendliche jedoch, so Aaron Ammann, würden in anderen Kategorien denken. Zwei Jahre Aufschub seien für sie ein Grund, sich an dem Projekt nicht mehr zu beteiligen, weil die Identifikation und die Geduld verloren gingen.

„Es ist schwer, die Jugendlichen beim Ball zu halten. Es soll so schnell wie möglich gehen.“ Neben der zeitlichen Überschaubarkeit fordert Ammann vom Stadtrat transparente, wenig bürokratische Prozesse. Es soll auch dargelegt werden, weshalb Stadt und Sponsor sich plötzlich die Kosten für das gesamte Projekt teilen wollen.

Die Stadt bringt für die Vorwürfe und das Drängen von Skatement kein Verständnis auf. Pressesprecherin Edith Lamersdorf gegenüber der Badischen Zeitung: "Die Zusage für den Skatepark ist da", gebaut werde nächstes Jahr. Man habe sogar nach Finanzierungen außerhalb des Haushalts gesucht und gefunden, damit es zu keinen Verzögerungen komme. "Das zeigt, wie große Bedeutung wir dem Skatepark bemessen", so Lamersdorf. "Wir machen das so schnell wie möglich."
Skatement lässt trotz aller Probleme nicht locker. Es gibt bisher nur einen öffentlichen Platz zum Skaten, im Rieselfeld – zu wenig für schätzungsweise 2000 Skater in der Stadt. Das Skaten am Bahnhof sei neuerdings auch verboten. Ammann sieht den Stadtrat in der Pflicht, und durch weitere Gespräche soll der Skatepark (der am Karlsplatz geplant ist, siehe Bild unten) in der Prioritätenliste nach oben rücken.



Jürgen Messer vom Jugendbüro Freiburg findet, die Stadt solle pokern und den Platz in den Haushalt schon im Voraus einplanen, bevor dieser abgesegnet ist. Er ist stolz auf seine Jugendlichen: „Praktischer, politischer kann man Jugendarbeit nicht fassen, in dem man direkt zum Gemeinderat geht.“

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[Bild 1: Skatement; Bilder 2 und 3: Wolfgang Weismann]