Stadt weist Mitschuld am Ende von Schmitz Katze zurück

Joachim Röderer & Daniel Laufer

Schmitz Katze hatte bekannt gegeben, zum Jahresende endgültig zu schließen. Eine erhoffte Zusammenarbeit mit dem Artik sei gescheitert. Dafür hatte der Club die Stadt Freiburg verantwortlich gemacht. Die widerspricht.

Jugendbürgermeisterin Gerda Stuchlik sieht eine gute Chance, dass das Jugendkulturzentrum Artik im kommenden Jahr in die Räume von Schmitz Katze zieht. Im Juli hatte dessen Betreiber Gerrit Kossmann Privatinsolvenz angemeldet, seit Oktober läuft das Verfahren. Seit Freitag ist klar: Der Club in der Haslacher Straße 43 wird nicht gerettet – fudder berichtete.


Seine letzte Hoffnung hatte das Team auf eine Zusammenarbeit mit dem Artik gesetzt – im Grunde ein Konkurrent. Das Jugendkulturzentrum sucht selbst neue Räume. Weil die Stadt Freiburg es finanziell unterstützt, ist es nach fudder-Informationen wahrscheinlich, dass es den Zuschlag von Vermieterseite, der Jazz- und Rock-Schule, erhalten wird – damit zum Nachteil von Schmitz Katze.

Wie Schmitz Katze gerettet werden sollte

Im Sommer beschloss der Gemeinderat, die Räume des Clubs als möglichen Artik-Standort zu prüfen. Allerdings auch das Nachbargründstück, die Haslacher Straße 25. Wäre das Jugendkulturzentrum nur in letzterem eingezogen, hätte Schmitz Katze bleiben können – so die Idee des Clubs.

Dieser Plan habe sich nun zerschlagen, sagte Michelle Gänswein, zuständig für Programm und Öffentlichkeitsarbeit, am Samstag. Dafür machte sie das Rathaus verantwortlich. "Die Stadt sagt jetzt plötzlich, das Nachbargründstück sei zu teuer."

Rathaus gibt Artik bis Ende November Zeit

Bürgermeisterin Stuchlik widerspricht dieser Behauptung. Die Haslacher Straße 25 ist weiter im Gespräch, es brauche aber erst entsprechende Vorplanungen und Genehmigungen. "Dafür gehen schnell zwei Jahre ins Land", sagt sie. Für die Räume von Schmitz Katze brauche es dagegen laut Baurechtsamt keine weiteren Genehmigungen. Hier könnte das Artik also relativ schnell und ohne weitere lange Unterbrechung sofort mit seiner Arbeit loslegen. "Das ist dann der Nucleus, aus dem sich auch noch mehr entwickeln kann."

Auch im Rathaus hat man mitbekommen, dass man sich bei Artik wegen des Vorwurfs, das Clubsterben befördert zu haben, offenbar unter Druck fühle. Deswegen habe das Artik bis Ende November Zeit zu überlegen, ob es die Option Haslacher Straße 43 ziehen will. Bürgermeisterin Stuchlik verweist jedenfalls darauf, dass der Stadt ein Schreiben des Insolvenzverwalters vorliege, wonach der Club tatsächlich in die Insolvenz gehe. Und sie macht noch einmal deutlich: "Allein die Art und Weise, wie Schmitz Katze gewirtschaftet hat, hat dazu geführt, dass der Club insolvent ist."