Stadt sucht neue Plätze für Slackliner

Severin Weigend

Voraussichtlich wird es bald verboten sein, das Slackline-Seil in Freiburg zwischen Bäumen aufzuspannen, da der Seiltanz den Bäumen angeblich schadet. Die Stadt sucht nun mit den Slacklinern nach Alternativen. Stahlrohre mit Beton zum Beispiel.



Schon seit vergangenem Winter steht es im Raum: Slacklining, der auch in Freiburg beliebte Seiltanzsport, soll in öffentlichen Parks verboten werden. Das simple Vergnügen, bei dem man ein robustes Seil, die Slackline, zwischen zwei Bäumen spannt und darauf seine Balance probt, schadet den Bäumen. Davon geht jedenfalls das Garten- und Tiefbauamt aus. Die Borke der Bäume wird durch die enorme Zugkraft der Slacklines massiv geschädigt, durch Scheuerstellen können Pilze eindringen. Aus Sorge um die Bäume haben viele Städte Verbote ausgesprochen: So zum Beispiel Köln und Karlsruhe. Folgt jetzt auch Freiburg?


„Es sieht so aus, als würde das Verbot kommen“, bestätigt Martina Schickle, Pressereferentin im Rathaus. „Wir prüfen momentan Alternativen, um die Bäume zu schützen. Dass Slacklining den Bäumen – unabhängig von ihrer Standfestigkeit - schadet, ist ja klar. Die Feuerwehr hat die Belastung durch die Seile getestet, und sie ist einfach zu hoch für die Bäume.“ Die Idee, Stahlrohre mit Beton in den Parkböden zu verankern, geisterte schon im vergangenen Sommer durchs Rathaus. Auch jetzt ist dieser Plan trotz eventuell hoher Kosten nicht vom Tisch: „Wir planen so etwas in der Richtung als Alternativstandort.“



Dass alle Parks bei einem eventuellen Verbot betroffen wären, liegt auf der Hand. „Bäume sind eben Bäume, alles andere wäre nicht konsequent“, meint Frau Schickle. Das Rathaus setzt auf Kooperation mit den Slacklinern: „Vertreter des Garten- und Tiefbauamts sind bereits jetzt schon mit den Slacklining-Interessierten in Gesprächen wegen der möglichen Alternativstandorte. Diese sollen ja angenommen werden, sonst macht die Aktion keinen Sinn." Vor Juni sei mit keiner Entscheidung zu rechnen. Eine Option wäre auch, an der Dreisam auf Höhe des Sandfangs, wo momentan die Freiburger Slacklineszene am stärksten aktiv ist, entsprechende Pfeiler zu installieren.



Die Freiburger Slackliner reagieren verständnisvoll auf die Pläne der Stadt. So zum Beispiel Lena, 23: „Im Stadtgarten ist Slacklining zwar generell schöner, einfach wegen der Atmosphäre. Alt und jung trifft sich und alle schauen zu. Nicht nur Slackliner. So bin ich ja selbst zu diesem Sport gekommen. Ich wünsche mir integrierte Slackline-Plätze im Park. In Tübingen gibt’s an der Uni verankerte Betonpfeiler, sowas könnte ich mir vorstellen.“

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