Stadt Freiburg entsorgt Microsoft

Markus Hofmann

Die Stadt Freiburg muss sparen. Vom Rotstift betroffen sind dabei nicht nur Sportvereine, Festivitäten oder das lokale Kulturwesen, sondern auch ein amerikanischer Großkonzern: Microsoft. Was es damit auf sich hat:



In den Abteilungen der Freiburg Stadtverwaltung sind rund 2000 PC-Arbeitsplätze im Einsatz. Auf den meisten ist das Office-Paket von Microsoft installiert, also Word, Excel und Powerpoint. Um diese Programme nutzen zu können, zahlt die Stadt Lizenzgebühren an Microsoft - eine Leistung, die sich der Quasi-Monopolist aus Redmond üppig bezahlen läßt. Schlecht für Bill Gates: In Zukunft müssen die Microsofties mit weniger Geld aus dem Breisgau kalkulieren. Der Grund: Die Stadt rüstet in den kommenden zwei Jahren einen Großteil ihrer PCs um und wird dabei auf ein Konkurrenzprodukt setzen, das kostenlos im Netz erhältlich ist: OpenOffice.


Was ist OpenOffice?

OpenOffice ist eine Open-Source-Alternative zu den bekannten Microsoft-Produkten. Open-Source heißt: Weil der Code für alle offen zugänglich ist, kann weltweit eine große Gemeinschaft an Programmierern an der Verbesserung und Weiterentwicklung des Programms arbeiten. Typischerweise sind Open-Source-Programme kostenlos im Netz verfügbar. Bekannte Beispiele sind Linux (ein Betriebssystem), Typo3 (Content Management System), WordPress (Blog-System) oder Mozillas Firefox-Browser. In der Office-Welt ist OpenOffice die führende Open-Source-Alternative.

Die Stadt Freiburg will durch den Umstieg in den kommenden beiden Jahren eine halbe Million Euro sparen. Alternativ stand eine Migration auf Microsofts  Office 2007 zur Disposition. Neben finanziellen Aspekten sprachen nach Darstellung von Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt, aber auch   strategische Vorteile (größere Herstellerunabhängigkeit) für OpenOffice. Lamersdorf hat die freie Bürosoftware bereits selbst getestet. Ihr zufriedenes Urteil:  "Ich merke keinen großen Unterschied."

Mehr dazu:

  • Das Thema OpenSource-Software wird in diesen Tagen in vielen deutschen Kommunen ernsthaft analysiert.
  • Wie viele Gemeinden bereits OpenOffice nutzen, kann der Deutsche Städtetag in Berlin nicht quantifizieren, da es keine flächendeckende Untersuchung gebe. Bei den großen Kommunen dürfte die Stadt Freiburg jedoch zu den Pionieren in der Bundesrepublik zählen.