Staatsexamen: 28 Jura-Klausuren sind verschwunden

Daniel Laufer

Hat die Post sie während des Warnstreiks verloren - oder etwa das Landesjustizprüfungsamt? 28 Arbeiten zum zweiten Staatsexamen sind jedenfalls unauffindbar, Studenten aus ganz Baden-Württemberg betroffen:



28 Jura-Klausuren von Studierenden aus ganz Baden-Württemberg sind verschwunden. Anfang Mai hatte sie das Landgericht Freiburg an das Landesjustizprüfungsamt nach Stuttgart geschickt. Was dann geschah, ist unklar - fest steht: Mitarbeiter der Post haben in diesem Zeitpunkt gestreikt.


Ob es einen Zusammenhang zum Warnstreik gibt, wisse er nicht, sagt Steffen Ganninger, Sprecher des Landesjustizministeriums. Nur: „Die Sendung kam nach nicht an.“ Ein Sprecher der Post hat das gegenüber der dpa allerdings dementiert. Die Sendungsverfolgung zeige, dass die Lieferung sehr wohl zugestellt worden sei.

Wie viele Studierende aus Freiburg betroffen sind, ist nicht bekannt. Bei den Klausuren handelt sich um Arbeiten zum zweiten Staatsexamen. Das Justizprüfungsamt sollte sie als nächstes zur Zweitkorrektur schicken. Nun konnten die Studierenden wählen – zwischen einer Ersatzklausur, der Note des Erstkorrektors oder einer Durchschnittspunktzahl aus den vorherigen Klausuren. Die Mehrheit habe sich für letztere Option entschieden, so Ganninger.

Was geschieht, falls die Klausuren doch wieder auftauchen, müsse man gegebenenfalls prüfen. Das Landesjustizministerium hat bei der Post mittlerweile einen Nachforschungsantrag gestellt – noch ohne Ergebnis.

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[Symbolfoto: davis/Fotolia.com]