Prozess am Landgericht im Januar 2017

Staatsanwaltschaft Freiburg erhebt Anklage wegen Mordes gegen 24-jährigen Studenten

Frank Zimmermann

Es war der erste von mittlerweile drei Tötungsdelikten in Freiburg in diesem Jahr: Am Abend des 10. August 2016 erstach ein 24 Jahre alter Student seine 31-jährige Mitbewohnerin. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben.

Sie sieht die zwei Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe nach Paragraf 211 des Strafgesetzbuches als gegeben an. Heimtücke bedeutet in diesem Fall, dass der mutmaßliche Täter die Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers ausgenutzt hat. Die Mitbewohnerin sei in ihrem Zimmer überraschend von dem Studenten angegriffen worden.


Die niedrigen Beweggründe sind in seiner Motivation zu suchen: Der Beschuldigte soll sein Opfer "aus Hass und Verachtung für die Geschädigte wegen deren bekennender Religiosität" angegriffen und getötet haben. Nachdem der Student auf die Mitbewohnerin eingestochen hatte, war sie noch ins Treppenhaus gelaufen. Sie verstarb jedoch noch vor Ort. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde von der Polizei sichergestellt. Der Student hat die Tat eingeräumt.

Opfer wollte in Freiburg neues Leben beginnen

Das Opfer war eine sehr gläubige Christin, die erst Anfang August 2016 aus Paderborn nach Freiburg gezogen war, um ein Jahr lang in einem Freiburger Gebetshaus zu arbeiten. Um diese Tätigkeit anzutreten, hatte die 31 Jahre alte Zahnarzthelferin extra ihre Stelle in Paderborn aufgegeben. Sie habe ein neues Leben beginnen wollen, sagte eine Freundin der Getöteten gegenüber der Badischen Zeitung.

Der Student soll wenige Tage vor der Tat gegenüber dem Opfer den Satz "Ich hasse alle Menschen und ganz besonders dich" geäußert haben. Obwohl die 31-Jährige ihren Mitbewohner seltsam fand, hatte sie sich entschlossen, dort wohnen zu bleiben.

Prozess findet im Januar 2017 am Freiburger Landgericht statt

Beim Einzug war sie davon ausgegangen, dass eine dritte Person in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Bundschuhstraße wohnt. Dies war zwar in der Vergangenheit der Fall, aber nicht zum Zeitpunkt ihres Einzugs.

Der Prozess am Landgericht Freiburg soll in der zweiten Januarhälfte 2017 stattfinden.

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