Sportrait (8): Clara Cordes, Basketball

Hannah Allgaier

Clara Cordes, 20, spielt Basketball bei den Eisvögeln Freiburg. Sie hat den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Nebenbei studiert sie Jura. Wie sie all das unter einen Hut kriegt, ihre Verletzung wegsteckt und sich auf die nächste Erstligasaison (Start im August) vorbereitet, erzählt sie im fudder-Sportrait.



Clara Cordes fällt schon ein wenig auf, wenn sie mittags in der Warteschlange der Mensa steht. Mit ihren 1,86 Metern ist sie nur schwer zu übersehen. Und ihr freundliches Lächeln fällt auch auf. Clara wohnt mit ihrer drei Jahre älteren Schwester zusammen in der Wiehre. „Durch das Mensaessen spare ich mir schon mal das Kochen. Das kann ich nämlich gar nicht.“


Schon in der ersten Klasse begann Clara mit dem Basketballspielen. Ihr Vater gründete damals in Gundelfingen eine Basketball AG. Schnell bemerkten die Zuschauer, dass Clara den Viertklässlerinnen den Ball ohne größere Anstrengung abnehmen konnte.

Mit zehn Jahren zogen ihre Eltern mit den Kindern nach Frankfurt. Dort spielte Clara in einem Verein. Allerdings war die Gruppe nicht motiviert und die Lust am Spielen schien verloren zu gehen. In der 11. Klasse reiste Clara für ein Jahr in die USA und spielte dort in einer High School Mannschaft, in der Clara als Nachwuchstalent galt. Seit Dirk Nowitzki sind die Amerikaner in dieser Hinsicht recht aufmerksam.

Nach dem USA-Aufenthalt fasste Clara den Entschluss, professionell zu spielen. Ihre Schwester Lisa studierte damals in Freiburg und spielte in der Zweiten Mannschaft bei den Eisvögeln Freiburg. „Immer wieder schwärmte Lisa von diesem tollen Team. Und irgendwie bin ich auch nie wirklich von Freiburg losgekommen.“



Die Spielerinnen der Eisvögel empfingen Clara mit offenen Armen. Sie wechselte zur 12. Klasse ins Freiburger Goethe Gymnasium. Schon damals fragten sich viele ihrer Mitschüler, wie man fünf Mal pro Woche trainiert und gleichzeitig das Abitur schafft.

„Es erfordert natürlich sehr viel Disziplin, jeden Tag drei Stunden zu trainieren und gleichzeitig zu wissen: andere liegen gerade im Schwimmbad. Gerade bei gutem Wetter fällt es einem schwer, in die Halle zu gehen“, sagt Clara.

Die vergangene Saison der Eisvögel war durchwachsen. In den ersten Spielen mangelte es der jungen Mannschaft an Konzentration. Doch sie schaffte den Klassenerhalt und blieb somit erstklassig. Im Deutschen Pokal-Wettbewerb wurden die Eisvögel sogar Dritter.

Trotz des Erfolges und sieben Jahren Erste Liga - was kein anderer Verein in Freiburg bislang schaffte -  kürzte der Hauptsponsor Rothaus das Sponsorengeld. „In Deutschland ist es einfach schade, dass es immer nur um Fußball geht. Da wird der SC Freiburg erstklassig und schon rennen alle Sponsoren weg. Und als Frauen haben wir es nicht gerade leichter.“ In fast allen Sportarten stünde der Herrensport im Vordergrund.



In der vergangenen Saison konnte Clara nicht spielen, da sie an einem Riss in der Achillesverse laborierte. Die Verletzung erforderte eine Operation. Momentan läuft die Vorbereitung auf die nächste Saison, die im August beginnen wird. Bis dahin ist auch Clara wieder fit.

Zukunftspläne? Jurastudium abschließen und weiterspielen. „Mit 30 ist Schluss im Basketballleben. Am Liebsten würde ich Beruf und Sport verbinden. Ein Job beim IOC würde mir sehr gut gefallen.“ Oder ein Posten bei ihrem Lieblingsverein, den LA Sparks.

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