Spoat Cluup...Fraihbuuak...

David Weigend

14400 Zuschauer haben heute Abend den zweiten Heimsieg des SC Freiburg gesehen, in einem spannenden Spiel gegen Aufsteiger 1899 Hoffenheim. Endstand 3:2. Hat Spaß gemacht.



Die Medien und der Stadionsprecher sind darum bemüht gewesen, die Begegnung zwischen dem SC Freiburg und 1899 Hoffenheim zum "Nordbaden gegen Südbaden"-Derby hochzujazzen. Aber Hoffenheim, dieses Hopppartriarchiat, ist noch zu anonym, um es emotional irgendwo zu verorten. Geldbündelschwer und ein Punkt nach vier Spieltagen.


Die Nordkurve singt: "Scheißmillionäre!" Die Nordkurve ruft: "Macht sie platt! Schießt sie aus der Stadt!" Und die Nordkurve verdächtigt den Schiedsrichter: "Du bist gekauft von SAP!" Das traf wohl eher zu auf das Trio Ba, Edu und Carlos Eduardo. Besonders letzterer überzeugte. "Sarstedts neuer, feuchter Traum", so ein Fan. Der könnte die Zweite Liga noch richtig aufmischen.



Da sitzen sie, unscharf, die Helden des neuen Badenderbys.

Von links: Ali Günes (am eindrucksvollsten immer noch in den Auseinandersetzungen mit dem Schiedsrichter), Dennis Aogo (scheint vor dem Spiel eine Schlaftablette eingenommen zu haben), Jonathan Jäger (was ein Speedy, Tore: Null), Ivica Banovic (sicherer Ballverteiler), Heiko Butscher (Drums), Wilfried Sanou (bis auf einen arg gewagten Rückpass wieder einer der Besten).

Übrigens: Robin Dutt wurde zum Kommen gebeten, winkte aber bloß verschüchtert von der Premierekamera rüber.



Wie gesagt, Dennis Aogo, das war schon seltsam. Meist ein Unsicherheitsfaktor im Freiburger Spiel. Dann die 79. Minute. Sanou wird im Hoffenheimer Strafraum zu Fall gebracht, Elfmeter. Banovic nimmt sich den Ball, will ihn sich zurecht legen.

Dann kommt Aogo und reißt dem Mannschaftskameraden den Ball aus den Händen. Für einen Augenblick sieht es aus, als würden sie streiten. Schwaab kommt hinzu, beruhigt. Aogo läuft an, schießt hart ins rechte Eck. Keeper Haas ist fast noch dran. Aber eben nur fast. Deshalb die drei Punkte aus Freiburger Sicht. Deshalb ist Aogo letztlich doch der Matchwinner.



Die beiden Freiburger Sanitäter waren lustig. Die Blaumänner beugten sich in der 39. Spielminute voller Besorgnis über den gefällten freshman Eke Uzoma (wer diesen Streichschützling auf der Liste hatte, mag als Insider gelten), um eine Minute später im Schmähhopserlauf das Eigentor des Hoffenheimers Löw zu bejubeln.



Sprüche der Nebensteher: "Mach doch keine Sperenzle...so, un jetz klingelts..." (70. Minute: Matmour verliert den Ball, Edu schießt den 2:2 Ausgleich, Bierbecher werden wütend auf die Stufen geknallt). "Oh nein, was will er mit dem Holzbock?" (71. Minute, Einwechslung Oliver Barth, Unmut). "Mach des Ding rein und der Käs isch gfresse" (79. Minute, kurz vor Aogos Elfmeter, dann: Fäusterecken).

Vielleicht sollte man in der nächsten Heim-Halbzeitpause wieder das arme, schwarze Kätzchen über den Rasen jagen. Scheint Glück zu bringen.