Splash City: Hetzer und Gehetzter

David Weigend

In Freiburg soll bald ein Jägerspiel mit Wasserpistolen stattfinden. 100 "Agenten" bewegen sich in der Stadt und haben jeweils den Auftrag, einen anderen Agenten aufzuspüren, ihm aufzulauern, mit einem Schuss aus der Wasserpistole zu treffen und so aus dem Spiel zu nehmen.



Im Mittelpunkt des Spiels steht das ambivalente Gefühl, ständig im Fadenkreuz des Verfolgers zu stehen. Man meldet sich für 38 € an (Mindestalter: 18 Jahre), wird Agent, bekommt die Wohnadresse und ein Foto von einem anderen Mitspieler und versucht dann, diesen nass zu machen. Schafft man dies, so übernimmt man den Auftrag des "Eliminierten". Rund um die Wohnung der Zielperson (Radius: 50 Meter) ist neutrales Gebiet, auf der sie nicht attackiert werden darf. Der Arbeitsplatz ist auf Wunsch ebenfalls tabu.


Die 1000 € Preisgeld erhält derjenige, der dem Spielleiter schließlich den Auftrag mit seinem eigenen Bild und der eigenen Adresse vorlegen kann.

Bis jetzt haben sich 27 Mitspieler angemeldet. Sobald 100 Menschen die Startgebühr überwiesen haben, geht es los.



Dieter Frick, der in Emmendingen eine Werbeagentur betreibt und "Spash City" organisiert, hat das große Wasserlassen nicht erfunden. Es stammt aus dem Hirn des Juristen Franz Aliquo, der die Idee unter dem Titel "Streetwars" erstmals in New York realisiert hat.

Auch in London und Heidelberg gab es schon feuchte Kriege. Ein youtube-Video dokumentiert einen Wiener Spritzwettbewerb, in dem offenbar auch Wasserbomben und Maskierungen erlaubt waren.



Die Regeln variieren leicht, doch immer geht es um den Nervenkitzel, Jäger und Gejagter gleichzeitig zu sein; um den Reiz, seine Umgebung mit den Augen von Hetzer und Gehetztem zu sehen. Fluchtwege aus der eigenen Wohnung, Verfolgungrouten durch Stadtviertel, die man sonst nie durchquert - all das mag dieses Räuber & Gendarm - Spiel attraktiv machen.

Verfolgungswahn mit Genussfaktor und auf freiwilliger Basis.

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