Spektakuläre Rettung am Seepark: Helikopter-Crew zieht Schlittschuhfahrer aus dem Eiswasser

Manuel Lorenz, Dominic Rock & Alexandra

Wie im Film: In einer spektakulären Aktion rettete die Mannschaft des Freiburger Rettungshubschraubers gestern Nachmittag einem Schlittschuhläufer das Leben. Der Mann war im Flückiger See eingebrochen. Zum Glück war die Besatzung des Rettungshubschraubers noch verfügbar. Fünf Minuten später hätten sie ihren Dienst für diesen Tag abgemeldet. Video-Interview mit dem Rettungspiloten Werner Reichel:



"Um 17.30 Uhr wurden wir ganz normal über die Freiburger Rettungsnotstelle alarmiert", sagt Werner Reichel, der Pilot des Rettungshubschraubers "Christoph 54". "Fünf Minuten später wären wir vielleicht schon nicht mehr da gewesen." Da die DRF Luftrettung nachts keine Bereitschaft hat, darf sie nur bis zum Einbruch der Dunkelheit arbeiten. Das Wetter war gestern gut; deswegen blieb sie ein wenig länger als sonst.


Video mit dem Rettungspiloten Werner Reichel (5:38 Min.)



Sofort stiegen der Pilot, ein Notarzt und ein Rettungsassistent in den Hubschrauber und flog zum Flückinger See. "Der See ist ja nicht allzu groß", sagt Pilot Werner Reichel, "da braucht man keinen Kompass, um sich zu orientieren." Reichel flog den See ab: "Ein paar Stellen sahen so aus, als ob das der Mann sein könnte." Irgendwann konnte das Rettungsteam den Mann aber definitiv ausmachen: Er wedelte mit den Armen.

"Normalerweise ist das ja gar nicht unser Konzept", sagt Reichel. "Aber wir war sofort klar: Der Mann ist bestimmt schon acht Minuten im eiskalten Wasser, wir haben nur noch wenige Minuten und können nicht auf die Feuerwehr warten." Die einzige Chance, den Mann zu retten war, ihn mit den Kufen des Hubschraubers aus dem See herauszuziehen. "Wenn wir gewartet hätten, hätte er das nicht überlebt", sagt Reichel. "Wir mussten improvisieren."  Also steuerte Reichel den Rettungshubschrauber wenige Zentimeter über die Oberfläche des Flückinger Sees, sodass der Mann sich an den Kufen festhalten konnte. Der Notarzt und der Rettungsassistent schafften es, ihn auf die Kufen zu ziehen - oder besser gesagt: auf die Schneebretter, die zur Zeit daran befestigt sind.

Mittlerweile war der Rettungsdienst eingetroffen. Reichel steuerte den Hubschrauber ans Ufer, landete, und der Mann konnte sofort behandelt werden. Nachdem sichergestellt worden war, dass der Mann definitiv alleine auf dem Eis gewesen war, rückten die Kräfte der Berufsfeuerwehr wieder ein. Der Mann wurde in die Uniklinik gebracht.

Die Feuerwehr weist ausdrücklich darauf hin, dass alle Gewässer im Stadtgebiet durch Schilder gesperrt und gekennzeichnet sind. Nur wenige Seen erreichen eine ausreichend tragende Eisdecke und werden nach eingehender Prüfung freigegeben. Auf allen gesperrten Eisflächen besteht absolute Lebensgefahr und dürfen nicht betreten werden!