Speed-Hating auf dem Augustinerplatz

Dominik Schmidt

Speed-Dating war gestern. Der Kinder- und Jugendausschuss des Gemeinderats veranstaltet zusammen mit der Jungen Union Freiburg das erste Freiburger Speed-Hating auf dem Augustinerplatz. Ganz nach dem Motto "Was sich liebt, das neckt sich" soll die Veranstaltung lockeres Kennenlernen und Beleidigen möglich machen.



Speed-Hating funktioniert ganz einfach. Gegenübersitzend (eine naheliegende Brauerei stellt Bierbänke zur Verfügung)  können Aggressionen, Beleidigungen und Vorwürfe ausgetauscht werden. Nach einer kurzen Zeitspanne werden die zufälligen Partner durchgewechselt. Ob man dabei zusammen auf etwas schimpfen möchte, oder sich gegenseitig beleidigt, ist den Teilnehmern selbst überlassen. Zusätzliche Bewirtung der Brauerei Feierling soll die letzten Hemmungen bei den Streitpartnern brechen.


Jennifer Schaffrath, Ratsmitglied im Kinder- und Jugendausschuss, sieht darin den Trend der Zeit: „Wir haben bei unserer Arbeit mit Jugendlichen bemerkt, dass Annäherung zwischen Männlein und Weiblein immer mehr über Aggression und vordergründige Abneigung funktioniert.“ Dabei betont Schaffrath, dass dies aber nicht als Unterstützung oder Förderung von Aggressionen gesehen werden darf. „Es macht das Kennenlernen einfach entspannter und nicht so steif. Ich denke damit können wir das Miteinander bei Freiburgs Jugendlichen letztendlich fördern.“



Matthias zu Olmersdorf ist seit seinem dreizehnten Lebensjahr in der Jungen Union engagiert. Er ist einer der Initiatoren und war von Anfang an von der Idee begeistert: „Ich selbst habe meine Freundin Sabine bei einem leidenschaftlichen Streit kennengelernt. Sie ist auch in der JU und damals mussten wir entscheiden, ob wir Salomons Wunsch nachkommen sollten, auf unserem Neujahrsempfang zu sprechen. Im Endeffekt konnten wir darauf eine stabile Beziehung aufbauen. [Anm.d.Red.: mit seiner Freundin, nicht Salomon]“

Dass die Veranstaltung neben der „Säule der Toleranz“ stattfindet, sei kein Zufall, so Schaffrath. Es gehe hier auch um das Tolerieren einer gegensätzlichen Meinung. Das kann zusammenschweißen. Die Junge Union sieht im Speed Hating auch eine christliche Botschaft. Schon Matthäus riet in der Bergpredigt: "Wenn dir einer ins Gesicht schlägt, halte auch die andere Wange hin." Gerade vor Ostern muss der richtige Umgang mit Aggressionen trainiert werden, so zu Olmersdorf.

Was: Speed Hating präsentiert vom Kinder- und Jugendausschuss und der Jungen Union Freiburg. Sponsor: Brauerei Feierling
Wann: Heute, 1. April 2010, 15 Uhr
Wo: Augustinerplatz, Säule der Toleranz

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