Spearmint: Gloriose Popmusik

Carolin Buchheim

Popmusik, richtig gute Popmusik macht einem im besten Fall das Herz wuschig weich, ein bisschen Bewegung in die Füße und ein Lächeln ins Gesicht. Genau das gelang Spearmint am Samstag Abend im Auditorium, und zwar mit Leichtigkeit.



Spearmint aus London spielten vor den mehr als 200 Zuschauern im Auditorium ein geradezu perfektes Popkonzert, nachdem tELLEY, die Band von Spearmint Gitarrist Jim mit einer eher Pop-Marionetten-mäßigen Auftritt das Publikum nicht richtig aufzuwärmen gewusst hatten.

Das war jedoch kein Drama, denn Aufwärmen hatten Spearmint nicht nötig; Die Band überzeugte vom ersten Song an. Spearmint-Sänger Shirley Lee, der nicht nur äußerlich, sondern auch stimmlich als die perfekte Kombination von Jarvis Cocker und Elvis Costello erscheint, sang zu tollen Melodien bezaubernde Songs aus dem mittleweile zwölfjährigen Schaffen seiner Band. Es waren Songs voller Boy-meets-Girl-Stories, Sex-Geschichten und allem dazwischen, die Herr Lee da ins Mikro croonte und derartige Songs rühren mich zumindest nie mehr, als wenn sie von nerdigen, schlaksigen englischen Männern gesungen werden.

Live erschienen die wunderbaren Spearmint-Songs größer und voller, als sie das auf den Aufnahmen der Band tun; Gerade den manchmal etwas ätherischen Songs der früheren Alben tat das gekonnte Live-Spiel mehr als gut.



Nach dem Konzert beklagte sich Sänger Shirley, dass er dank einer auf Tour erworbenen Erkältung nicht bester Form gewesen sei, aber davon war während des Konzerts Nichts zu merken gewesen.  Ein ganz wunderbarer Abend.

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