Spatziergang durch China

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, wie im China der 60er Jahre gegen die Getreideknappheit vorgegangen wurde? Vor der großen Kulturrevolution war der KP-Vorsitzende Mao Zadong der Meinung, Spatzen würden so viele Körner von den Feldern fressen, dass dies zu Hungersnöten in der Bevölkerung führt. Also gab der weise Führer den Befehl aus, es mögen so viele Spatzen wie möglich gefangen und abgeschossen werden. Das funktionierte so effektiv, dass im darauffolgenden Jahr zwar nicht mehr Getreide, dafür aber eine extreme Insektenplage im Reich der Mitte herrschte. Der große Vorsitzende ließ daraufhin aus dem Bruderland Sowjetunion Zehntausende Spatzen importieren.