Sophie studiert (11): 18 Dinge, die ich als Ersti an der Uni gelernt habe (bis Weihnachten)

Sophie Passmann

Sophie ist Ersti, an der Uni lernt sie ständig dazu. Nun fährt sie über Weihnachten nach Hause. Zeit, Rechnung abzulegen. Hier sind 18 Dinge, die sie gelernt hat:



Einen leeren Geldbeutel und einen Koffer voll dreckiger Wäsche: mehr braucht man eigentlich gar nicht einzupacken, wenn man als Student seine Eltern besucht. Für uns Erstis wird dieses Weihnachten aber ganz besonders aufregend, denn es sind die ersten Ferien zuhause, seit Mama und Papa uns zum Studieren in die große, weite Welt geschickt haben. Und natürlich haben wir über die Feiertage die Pflicht, ihnen zu beweisen, dass die ersten 10 Wochen akademische Lehre uns zu völlig neuen Menschen gemacht haben, die Weisheit zeigt sich jetzt in jedem unserer Sätze! Wir haben sogar das ein oder andere Buch gelesen! Wir haben die Bringschuld von aufregenden Anekdoten aus unserem neuen Leben; außerdem sollten wir natürlich zeigen, was wir so gelernt haben. Meine Liste:


-    „Reispfannen“ in der Mensa sind immer eine schlechte Idee
-    Alles, was frittiert wird, kann man da wiederum bedenkenlos essen
-    Das Wort „Theorie“ haben wir bisher immer alle falsch benutzt!
-    Mitbewohner sind die schmutzigsten Menschen der ganzen Welt
-    In der Vorlesung: niemals erste Reihe!
-    Es gibt bei Studenten zwei völlig unterschiedliche Arbeitshaltungen: Studienleistung und Prüfungsleistung
-    Einkaufen macht nur dann Spaß, wenn Mama den Wagen schiebt und bezahlt
-    Frag auf einer Party NIEMALS, worüber Dein Gegenüber gerade seine Hausarbeit schreibt, es sei denn, Du möchtest, dass die nächsten 20 Minuten die langweiligsten Deines Lebens werden
-    Monatsende? Nudeln mit Pesto
-    Feuerzangenbowle? Einmal und nie wieder
-    Auf WG-Partys nur Schnaps für einstellige Beträge mitbringen, alles andere ist Verschwendung
-    Im fünften Stock der UB sind eigentlich immer Arbeitsplätze frei
-    Unbedingt Bier mit in die StuRa-Vollversammlung mitnehmen! Gehört wohl zum guten Ton
-    Man kann Kinderpunsch und Wodka bedenkenlos mischen und trinken
-    Tutoren sind sowas wie die heimlichen Helden der Erstis
-    Von Döner und Kaffee kann man sich vollständig ernähren
-    Man kann nicht nur ganze Fahrräder klauen, nein, es gibt auch Menschen, die geben sich damit zufrieden, nur Sättel, Lampen oder Klingeln zu klauen
-    Es gibt in jedem Schreibprogramm einen Shortcut für Fußnoten und ich kenne sie jetzt alle

Ich glaube, für knapp 2 Monate Studium sind das schon eine Menge Erkenntnisse. Ganz wichtig ist auch, dass wir Mama jetzt beruhigen: Ja, wir haben schon neue Freunde gefunden und ja, wir schlafen auch genug. (Letzteres ist natürlich eine Lüge, aber zumindest haben wir neue Freunde, die genauso wenig schlafen wie wir.) Also: Ab nach Hause, ins Land der warmen Mahlzeiten und Weichspüler, wo wir nach spätestens einer Woche wieder wegwollen, weil wir Freiburg vermissen. Frohe Weihnachten! ❤️

Zur Person



Bisher war Sophie Passmann (21) hauptberuflich Moderatorin, zum Beispiel beim Poetry-Slam im Café Atlantik. Jetzt fängt sie ihr Studium in Freiburg an – vor allem, weil sie im Kino auch endlich mal den ermäßigten Ticketpreis bezahlen möchte. In ihrer Kolumne schreibt sie jede Woche von dem neuen Leben, das sie als Erstsemester jetzt so führt.

Mehr dazu:

[Foto 1: Collage: pathdoc/fotolia.com, Marius Buhl Martin Jost, Alex Mieth; Foto 2: Jule Markwald]