Songwriting 101 mit Teitur

Carolin Buchheim

Gestern Abend gab es im Jazzhaus von Teitur Lassen 'Songwriting 101': Nach bezaubernd schüchternem Einstieg erklärte der Folksänger die Vorteile von Moll gegenüber Dur und erzählte die Geschichten hinter seinen Songs. Schön wars!



Den Abend eröffnete Phil Vetter aus München mit unernsthaften Acoustic-Folk-Songs an Gitarre, Mundharmonika und Klavier.


Was sich beim ungenauen Hinhören nach einem netten, soulig angehauchten Folk-Irgendwas-Love-Song anhörte, war dem Text nach jedoch eine Ode an die MTV-Sendung Pimp my ride und 28'' Chrom-Felgen. Einmal ein Genre demontieren, bitte!
Man kam nicht umhin sich zu fragen, ob all diejenigen, die zu diesem Track mit verträumtem Blick versonnen mit dem Kinn nickten, nicht vielleicht einen Volkshochschulkurs Englisch für Anfänger bräuchten. Nun ja.

Neben dem Pimp my ride-Song, den man übrigens auf seiner MySpace-Seite anhören kann, sang er auch über eine tragische Liebesgeschichten zwischen Fliegen ('Say goodbye to the moment'). Nicht sonderlich toll aber zumindest  unterhaltsam, der Herr Vetter.



Teitur begann sein Set zunächst allein mit seiner Gitarre und den Songs 'Let's go dancing' und 'Amanda's dream'; Den Blick wie in Hypnose auf das Mikro direkt vor ihm gerichtet, seine Stimme noch wärmer, noch schönr als auf den ohnehin schon tolle CDs.
Später dann, begleitet von Bass und Drums oder auch am Klavier sitzend, spielte Teitur, wie im fudder-Gespräch angekündigt, sein gesamtes Album Stay under the Stars von Anfang bis Ende.

Vom enthusiastischen Publikum begeistert aufgenommen wurde Teitur im Laufe des Konzerts geradezu redselig, erzählte von den einsamen Menschen, über die er singt, von den Entstehungsgeschichten der einzelnen Songs und erklärte, bevor er 'Great Balls of Fire' spielte, anhand von Suzanne Vegas 'Luca' das Zusammenspiel von Text und Musik und die Vorteile von Moll gegenüber Dur.



Nach den Songs des Albums folgten dank das begeisterte Johlen und Klatschen des Publikums drei Zugaben; den Hidden Track des Albums, 'Letter from New York', 'Josephine' und, ganz zuletzt, einen Song auf färörisch.

Es war, wie erhofft, ein Winterabend wie an einem Kaminfeuer in einer Kneipe auf den Färöern. Herzerwärmend und ganz wunderbar.

Mehr dazu: