Freiburger Standesamt zieht Bilanz

Sofia und Jakob sind die beliebtesten Namen für neue Bobbele

Fabian Vögtle

Freiburg feiert einen Babyrekord: 2017 kamen 5540 Kinder auf die Welt, so viel wie nie zuvor. Sofia und Jakob sind die Lieblingsnamen. Zudem gab es ein Hochzeitshoch und mehr Sterbefälle.

Es zeichnete sich ab, jetzt steht es fest. Noch nie gab es in Freiburg in einem Jahr so viele Geburten wie 2017. Mit 5540 bricht Freiburg seinen Baby-Rekord aus dem Jahr 1966. Knapp 2000 verschiedene Vornamen machten die Namensgebung zudem so variantenreich wie nie zuvor. Sophia/Sofia machte bei den Mädchen erneut das Rennen. 46 Eltern entschieden sich dafür. Würden Sofie/Sophie (18 Mal) auch dazugezählt, wäre der Vorsprung auf die Zweitplatzierte Clara/Klara (40 Mal) noch deutlicher.


Bei den Jungs machte Jakob/Jacob (48 Mal) das Rennen, knapp dahinter landete Ben (45 Mal), der 2016 noch auf dem 14. Platz lag. Der Vorjahressieger Jonas stürzte auf den sechsten Platz ab, der Zweite Elias sogar auf Rang 16.

Babyboom und 124 Zwillingsgeburten

"Es scheint wieder voll im Trend zu sein, Kinder zu bekommen", sagt Dominique Kratzer. Die Leiterin des Standesamtes präsentierte mit ihrem Team am Freitag im Trauzimmer des Rathauses die Zahlen und Fakten rund um die Geburten. So erblickten im Rekordjahr 2017 mehr Jungs (2825) als Mädchen (2715) das Licht der Welt.

Darunter waren 124 Zwillingsgeburten. In einem Fall bekam die Mutter bereits zum zweiten Mal ein Geschwisterpärchen. Einmal gab es Drillinge. Trotz Babyboom gab es weniger Hausgeburten – nur 84. Ein Junge wurde in Littenweiler auf dem Gehweg geboren, als die Mutter gerade das Krankenhaus verlassen hatte, weil es so schien, als dauere es noch Tage.

Namen und Alter kennen keine Grenzen

Auch bei den Vornamen waren die Eltern so kreativ wie nie zuvor. Sie vergaben 1975 unterschiedliche Erstnamen. Ob Fjolla (Schneeflocke), Sepideh (Morgendämmerung) oder Tayfun und Bagok (Wirbelwind). Das Standesamt winkte alle Namen ohne Murren durch.

So auch das Zwillingspaar Godstime und Godspower und Filmfiguren wie Hermine (Harry Potter), Kal-El (Superman) oder Renesmee (Twilight). Die jüngste Mutter war vergangenes Jahr 14, die älteste 48 Jahre alt. Der älteste Vater war bei der Geburt des Kindes 69, die Mutter des gemeinsamen Kindes 44 Jahre jünger, also 25 Jahre alt.

Hochzeitshoch und "Ehe-Upgrade" seit Oktober

Heiraten war 2017 besonders angesagt. 1184 Paare gaben sich das Ja-Wort, das waren 120 Eheschließungen mehr als 2016 und so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im Sommer, aber vor allem im Dezember, kamen die Standesbeamtinnen wegen des Andrangs kaum hinterher. 176 Trauungen in vier Wochen gab es noch nie. Eine Frau, gerade mal 33 Jahre alt, heiratete bereits zum fünften Mal. Ihr Ehemann hatte noch nicht so viel Erfahrung, es war seine erste Hochzeit.

Erstmals wurden 2017 auch gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen. Seit der Einführung der "Ehe für alle" am 1. Oktober heirateten 38 Paare. In 31 Fällen machten sie ein "Upgrade" von ihrer bereits eingetragenen Lebenspartnerschaft. "Das war für viele ein sehr bedeutender und tränenreicher Moment", berichtet Kratzer. Einige Paare sagten ihr, die Partnerschaft sei zwar schon schön, aber eben doch nur zweiter Klasse gewesen.

Mehr als 3000 Todesfälle

Zum zweiten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind im vergangenen Jahr mehr als 3000 Menschen in Freiburg gestorben. Das Standesamt verzeichnete 3065 Sterbefälle, nur im Jahr 2015 gab es noch mehr. Abgenommen hat hingegen die Zahl der Kinder, die tot zur Welt kamen, es waren 20 und damit acht weniger als im Vorjahr. Ebenso sank die Zahl der Verstorbenen unter 18 Jahren, von 60 im Vorjahr auf nun 35 Fälle. Bereits über 100 Jahre alt waren bei ihrem Tod im vergangenen Jahr 27 Menschen. Die älteste Frau wurde 107 Jahre alt.

Über 1300 Menschen treten aus der Kirche aus

Insgesamt sind 1305 Menschen, 25 mehr als im Vorjahr, aus der Kirche ausgetreten. Die Steigerung im Vergleich zu 2016 lässt sich mit einem Plus von 36 Austritten diesmal allein auf die Austritte in der evangelischen Kirche zurückführen. Insgesamt betrachtet sind mit 56 Prozent jedoch etwas mehr Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten.

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