Söhne Mannheims in Freiburg

Anita Reiter

Letztlich bleibt es doch ein Geheimnis, wie die 14 Söhne Mannheims es schaffen, mit ihrem Sakralpop in Form eines balladesken Gottesdienstes riesige Hallen zu füllen. Dass die Xaviersche Rechnung auch auf Rothaus aufging, hat Anita am Samstag beobachten können.



„Ich wusste gar nicht, dass es in Freiburg so viele Menschen gibt“, sagte Xavier Naidoo, als er zum ersten Mal in die große Menschenmenge blickte, die sich in der ausverkauften Rothaus Arena versammelt hatte. Tausende waren gekommen, um die Söhne Mannheims zu hören.


Vor deren Auftritt wurde die Menge von den Bands Heuser und Frieda aufgewärmt. Beide Bands kommen von der Popakademie Baden-Württemberg, zu deren Gunsten die Söhne Mannheims an diesem Abend kostenlos auftraten. Heuser und Frieda wurden zwar mit Applaus gefeiert, doch wie so oft bei solchen Konzerten wartete das Publikum ungeduldig auf den Hauptact. Als die Frontfrau von Frieda ankündigte, dass ihre Band noch ein paar weitere Lieder spielen würde, gab es zumindest vereinzelten Unmut in der Menge.



Mehr als eineinhalb Stunden nach Beginn des Programms traten die 14 Söhne Mannheims auf die riesige Bühne, um ihren gewohnten Mix aus romantischen Balladen, religiösen Liedern und gesellschaftskritischen Texten zu präsentieren. Den Anfang machten etwas schnellere Lieder wie „Im Interesse unserer Gemeinschaft“ und „Wir haben allen Göttern abgeschwor’n“.

Besonderen Anklang fanden Balladen wie „Das hat die Welt noch nicht gesehen“, bei denen die Besucher begeistert mitsangen. Natürlich ist ein Söhnekonzert kein Hosengig: Die Bewegungen der Söhne-Fans beschränkten sich auf ein Hin- und Herschunkeln und Auf- und Abwippen, wobei der Bewegungsradius der Zuschauer von Lied zu Lied größer wurde. Wenn im Publikum mitgesungen wurde, wurde auch tatsächlich gesungen und nicht gegrölt.



Wollten die Söhne Mannheims erhobene Hände oder rhythmisches Klatschen sehen, ließ sich das Publikum nicht lange bitten. Bei altbekannten Liedern wie „Zurück zu dir“ und „Geh davon aus“ wurde das unmittelbar deutlich.

Der Höhepunkt war zweifelsohne der Song Und wenn ein Lied: Die Lichter wurden gedimmt, Xavier Naidoo stand fast allein auf der Bühne und das überraschend stimmige und Mitsingen des Publikums sorgte für Gänsehautstimmung. „Und wenn ein Lied“ war der Knaller des Abends, ein Song mit sakralem Drall, und Xavier Naidoo sorgte für Gelächter, als er dann sagte: „So, und jetzt kommt mal was Gscheits.“



Die Söhne Waldhofs spielten alsdann auch Songs, die 2009 auf dem neuen Album Iz On erscheinen werden. Marlon B. und Herbert Schwamborn, die Rapper der Gruppe, bekamen vom Publikum häufig Szenenapplaus. Ein wohl typischer Söhne-Moment entstand, als die Leute im Publikum aufgefordert wurden, ihre Hände zu heben, wenn sie an eine höhere Macht glauben.



Insgesamt bestachen die Söhne Mannheims durch ihre Lieder und Songtexte und weniger durch eine aufwändige Show. Die Söhne-Fans bekamen mit diesem Konzert ein schönes Weihnachtsgeschenk und verabschiedeten ihre Lieblinge erst nach einigen Zugaben.

Mehr dazu:

fudder.de: Foto-Galerie vom Konzert der Söhne in der Rothausarena