So wird Freiburg 2016: fudders total unernsthaft-ernsthafte Jahresvorschau

Daniel Laufer, Marius Buhl & Konstantin Görlich

Burger, Burschenschaftler und Bambinii! Die fudder-Redaktion hat einen Blick in die Zukunft geworfen und festgestellt: In diesem Jahr wird alles anders. Anders besser. Die Prognose:



Januar

Hans Entertainment geht ins Dschungel-Camp. Als Prüfung.

Derweil bereisen Gwen und Patrick in der 24. Folge von "Ohne Flugzeug um die Welt" die Antarktis. Am Polarkreis spricht Baby Bruno seine ersten Worte: "Sind wir bald daaa...?" Da grinst der Papa verschmitzt. "Jaja."

Februar

Neben der Nach-Verdichtung will Freiburg Lebenswert jetzt auch das Problem der Nach-Verstrahlung lösen. An einem Samstagvormittag stehen deshalb alle zwei FL-Stadträte hinter ihrem Stand am Bertoldsbrunnen. "Elektro-Smog? Nein Danke!", haben sie auf ein Transpi geschrieben.

Ihre Forderung: Neue WLAN-Router sollen von nun an nur noch mit städtischer Genehmigung installiert werden. "Gerade einer Stadt wie Freiburg, die sich immer wieder gerne als ‘Green City’ rühmt, stünde es gut zu Gesicht, wenn sie sich offensiv auch solcher Themen annimmt", sagt Fraktionschef Wolf-Dieter Winkler. Er wischt sich den Schweiß von der Stirn. Ganz schön heiß unter so einem Aluhut.

März

Während in den Kinos der Film "Batman gegen Superman" anläuft, macht ein Freiburger Online-Magazin im Stadtarchiv einen unglaublichen Fund: In den 20er-Jahren, als Batman-Erfinder Bob Kane auf Weltreise war, kam er auch nach Freiburg. In der Moltkestraße begegnete der Comic-Zeichner einem weinenden Jungen.

"Wir kamen gerade aus dem Theater und jetzt sind meine Eltern weg", sagte der. Der Kleine war sich sicher: Ein Dieb hatte sie getötet! Am Ende waren sie zwar nur sturzbetrunken im O’Kelly’s, aber als Kane zurück in seine Unterkunft wollte, musste er dorthin zu Fuß: Jemand hatte sein Rad geklaut. Da stand für ihn fest: Der Junge würde später mal als dunkler Ritter die Kriminalitätsrate dieser Stadt bekämpfen! Batman war geboren - als Bobbele.

April

Das Artik hat eine neue Bleibe: Die Jugendkulturplattform kommt ins ehemalige Domicil-Möbelhaus im Industriegebiet - Gundelfingen. "Da stören wir nicht", sagt Artik-Vorstand Konstantin Rethmann stolz. "Für uns hat der Gemeinderat sogar den Bebauungsplan geändert. Endlich dürfen wir so viel tanzen wie wir wollen!"

Auch Bürgermeister Raphael Walz ist glücklich mit der Entwicklung. "Wir freuen uns, dass wir jetzt ein Jugendzentrum haben - im Gegensatz zu Freiburg." Er zuckt mit den Schultern. "Keine Ahnung, warum die keines wollten."

Mai

Der SC Freiburg beendet die Zweitliga-Saison als Tabellenführer und steigt damit auf. Gefeiert werden darf trotzdem nicht, sagt Trainer Christian Streich. "Was simma? Aufgstiege? Noch gar nix simma! Mir müsse weiterarbeite, bald isch Herbscht!" Er behält recht: Nur wenige Monate später wird tatsächlich Laub von den Bäumen fallen.

Juni

Paukenschlag bei der Uniwahl: Eine Listenverbindung von Merzhausia, Saxo-Silesia und Neoborussia - die MerzruSSia - gewinnt haushoch. Weil die Kandidatinnen und Kandidaten nur vermummt auf den Wahlplakaten abgebildet sind, ist lange nicht klar, wer nun in der Belfortstraße 24 das Sagen hat.

Wichtigster Punkt des Wahlprogramms von MerzruSSia: Die Fenster der UB sollen Gardinen bekommen, um die Intimsphäre der Studierenden beim Quickie zu schützen.

Juli

Statt aus Holz soll das neue SC-Stadion nun aus Plastik gebaut werden. Der Verein hat bereits eine Anfrage rausgeschickt - an LEGO: Wie viele schwarze und wie viele rote Klötze werden gebraucht? Die Rolle des Bauleiters übernimmt Kapitän Julian Schuster. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe", sagt der. "Jeden Abend übe ich im Kinderzimmer!" Experten auf Facebook äußern dagegen Bedenken: "Das schaffen die nie - ganz ohne LEGO Technic!"

Die Burger Factory (Ex-Fichterlager) zieht während des ZMF an den Mundenhof und brät dort ihre Kamelburger. Oder, wie sie Stammgäste getauft haben: Queckeburger.

August

Freiburg ist erschüttert: Nach einem starken Unwetter hat die schmucke UB einen Hagelschaden! Karl-Heinz Bühler, Leiter des Unibauamts, lacht sich schlapp. "Alles Unfug! Die Dellen waren vom Architekten so geplant. Und die Fahrradtiefgarage als Schwimmbad zu nutzen auch."

Trotzdem klagen Jurastudenten: "Wir haben jetzt noch weniger Platz!" Kurzfristig organisiert Dekan Jestaedt eine Pop-Up-Bibliothek in der KTS. Lila Liechtenstein, Sprecherin des autonomen Plenums: "Das ist kein Problem. Wir sind ja tolerant."

September

In einer lauen Septembernacht schleicht eine Gruppe Jugendlicher in das bereits geschlossene Strandbad. Jemand baut Boxen auf, ein junger Mann bringt seine Decks mit.

Henrik Schwarz wird gesichtet, wie er auf die Rutsche klettert und die Menge anfeuert. Dann spielen Modeselektor ihr Set. Die Polizei spricht von einem illegalen Rave - und alle, die da waren, vom langersehnten Strandbad-Open-Air.

Oktober

Die Stadtrallye zu Semesterbeginn führt auch zum Platz der Alten Synagoge. "Wie lange wird der noch wie ein Acker aussehen?", fragt ein Ersti. Der Tourleiter runzelt die Stirn. "Sah der nicht immer so aus…?" Er schaut in die Runde. Niemand kann sich erinnern.

November

Ein bärtiger Freiburger ruft die "Wurstallianz" ins Leben - und stellt mit zwei Jugendfreunden Craft-Wurst her - Original aus dem Breisgau! "Der Trend kommt aus den USA", so der Gründer. "Weil wir keine eigenen Schweine haben, lassen wir bei einer Metzgerei in den neuen Bundesländern schlachten. Wir waren neulich dort und haben zugesehen, wie die Herde gehäckselt wird."

Der Werbe-Claim der Truppe: Heimat sells. "Am Ende fügen wir unsere Geheimzutat hinzu: Kirschwasser!" Das Gesundheitsamt ermittelt.

Dezember

Das Bambii will sich wieder auf seine Kernzielgruppe konzentrieren und bekommt einen neuen Namen: Bambinii. Resident wird DJ Tim Gladis, vielen bis dahin vor allem durch seinen erfolgreichen Instagram-Account bekannt. Ihm obliegt die Veranstaltung der neuen U15-Party-Reihe - immer Dienstagnachmittags.

Lindsey Stirling soll auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt auftreten. Weil es ihr zu kalt ist (und am Vortag kurz geregnet hat), sagt sie kurzfristig ab. Eine 5-Jährige mit Bratsche vertritt sie ebenbürtig. Die Kleine strahlt. "Ich hab einfach eine dicke Jacke angezogen!"

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[Foto: Konstantin Görlich]