So war's bei Livingston im Jazzhaus

Hannah Allgaier

Die Londoner Band Livingston gibt es schon seit 2002 und hat in Freiburg eine stimmgewaltige Fangemeinde. Ob die Combo mit den afrikanischen Einfüssen gestern Abend im Jazzhaus überzeugen konnte, berichtet Hannah.



23 Uhr, leere Bühne im Jazzhaus Freiburg. Gerade haben Livingston sie verlassen. Die ersten Zugabe-Rufe schallen durch den gut gefüllten Keller und werden schnell von den restlichen Konzertbesuchern mit angestimmt. Unter lautem Jubel betritt die Band erneut die Bühne: Drei Zugaben aus dem aktuellen Album Sign Language werden gespielt. Doch das Publikum hat noch immer nicht genug von den fünf Jungs aus London.




Es geschieht etwas, das sogar den ruhigen Sänger Beukes Willemse erregt: Aus der rechten Ecke des Kellers ertönen „Uhuuhuuuu"-Rufe. Während des Konzerts hatte die Band diesen Sprechgesang mit dem Publikum einstudiert. „Sowas habe ich wirklich noch nie erlebt“, sagt Beukes und verabschiedet sich von den Freiburger Fans.

Livingston sind in Deutschland noch recht unbekannt. Vielleicht kennen ein paar  Leute ihre Single Broken. Doch die Jungs sind viel härter, als diese Single vermuten lässt. Rockballaden gehören zu den Ausnahmen.



Sänger Beukes Willemse und Gitarrist Chris van Niekerk stammen beide aus Südafrika. Die Djembétrommel stammt zwar eher aus Westafrika, dennoch wird sie als Solo-Instrument in den Set integriert. Die Tatsache, dass die Band einen Song in der Bantusprache Zulu vorträgt, soll "ein Statement zur momentanen Lage in Afrika" sein. Was immer das sein soll.

Ein Hingucker ist der hölzerne, mit südafrikanischen Initialen verzierte Mikrofonständer von Beukes, der ein talentierter Sänger ist. Er hat eine Kopfstimme, mit der er es in der Hochtonliga mit Mariah Carey aufnehmen könnte.



Die Stimmgewalt des Publikums kommt vor allem beim eben erwähnten Stück "Broken" zum Tragen. Schon in der ersten Strophe schauen sich die Bandkollegen gegenseitig an und müssen grinsen. Auch Sänger Beukes bezieht das Publikum schnell ein, nachdem er dessen Textsicherheit registriert.

Beukes ist recht erkältet und muss während des Gigs immer wieder seine Teekanne auffüllen. Trotzdem leidet der Auftritt nicht darunter. Unverwechselbare Band, gutes Konzert!