So war fudders erste Freiburger Filmnacht im Cinemaxx

Felix Klingel

Ohne Flugzeug um die Welt, Melancholie und SC-Ultras: fudders "Club der Freunde" präsentierte am Mittwoch bei der ersten Filmnacht im Cinemaxx Filmschätze von Freiburger Filmemachern mit komplett unterschiedlichen Ansätzen.

"Es ist eine Reise um die Welt, eine weite Reise. Sie führt uns durch viele Länder, aber auch über die Meere. Nur fliegen wollen wir nie ..." Gwen Weisser kann den Anfangs-Monolog ihrer Reise-Videos "Ohne Flugzeug um die Welt" noch auswendig aufsagen. Mehr als drei Jahre reiste sie mit Patrick Allgaier um die Welt. Knapp 97.000 Kilometer hinter sich steht das Paar nun bei fudders Freiburger Filmnacht im Cinemaxx, um drei ihrer kurzen Filme das erste Mal im Kinoformat zu zeigen.


Vor 180 Gästen im voll besetzen Saal trampen die Weltreisenden noch einmal auf verlassenen Landstraßen in Tadschikistan, erleben Gastfreundschaft im Iran und überqueren auf einem schwankenden Containerschiff den Pazifik. Auf der großen Leinwand wirken die Bilder sehr eindrücklich. "Es war merkwürdig, die Filme in der Größe zu sehen", sagt Gwen danach im Gespräch mit Onlineredakteurin Gina Kutkat.



Seit August ist das Paar wieder in Freiburg. Bisher sei das große Fernweh-Tief noch nicht gekommen. "Es ist aber schwierig, die Person, die man auf der Reise geworden ist, hierher mitzunehmen", erzählt Gwen. Doch die nächste Reise ist schon in Planung. Aus dem Videomaterial wollen sie einen Film schneiden und mit diesem durch Deutschland touren. Standesgemäß natürlich mit einem Kleinbus – wie sie auch in Südamerika unterwegs waren.

Als nächster Filmemacher zeigt der Freiburger Simon Schneckenburger zwei seiner Kurzfilme. In "Herr Olsson und die Einsamkeit" erzählt er die Geschichte eines Leuchtturmwärters, der alleine auf einer Insel lebt. Die Besonderheit: Der Film ist komplett mit Legofiguren in Stop-Motion gedreht. "Ich habe alle traurigen Legofiguren dafür aufgekauft", sagt Simon über den Film. "Es gibt etwa acht Stück."

Eindrückliche Bilder aus Freiburg

Der zweite Film "Den Regen im Blick" handelt vom jungen, introvertierten Studenten Felix, der auf der Suche nach seinem Platz in der Welt ist. Es ist ein melancholischer Film, der mit wenig Dialog auskommt und immer wieder mit schönen Freiburg-Bildern aufwartet. "Ein wenig von Felix steckt schon in mir", sagt der erst 25-jährige Film-Student.

"Wir wollen jungen Filmemachern aus Freiburg mit der Filmnacht eine Plattform bieten", sagt fudder-Chef Markus Hofmann. "Denn das machen wir auch bei fudder: Über junge Künstler und Bands berichten – lokaler Journalismus für junge Leute." Die Filmnacht wird präsentiert von fudders Club der Freunde, dessen Mitglieder nicht nur Journalismus aus Freiburg bekommen, sondern auch exklusive Events und Rabatte.

Zum Abschluss zeigt Daniel Sand seinen SC-Film "Stabil durch Liga Zwei". Er handelt vom emotionalen Absteig und Wiederaufstieg des SC Freiburg in die Bundesliga in der Spielzeit 2015/16. Dabei kommen vor allem die SC-Fans vor die Linse. Der Film zeigt so eine ganz andere Seite des Fußballs, die von den gängigen Fußball-Übertragungen kaum beachtet wird. Mit dabei aber natürlich auch Christian Streich, der den Film in Streich-Manier mit wunderbaren Sprüchen auflockert.




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