So teuer wohnen Studierende in Freiburg - im Vergleich mit anderen Uni-Städten

Manuel Lorenz

Eine neue Studie listet 25 deutsche Uni-Städte auf und zeigt, wie viel Studierende dort durchschnittlich für ihren Wohnraum zahlen. Freiburg steht zwar nicht auf der Liste, das Studierendenwerk hat uns aber mitgeteilt, wie viel ein WG-Zimmer hierzulande kostet. Vorab: Teurer wohnt man kaum anderswo.

Die Studitemps GmbH hat Anfang des Sommersemesters zusammen mit der Maastricht University circa 19.000 Studierende aus ganz Deutschland gefragt, wie sie wohnen und wie viel sie dafür zahlen. Aus ganz Deutschland? Na ja, fast. Denn: Die paradigmatische Uni-Stadt Freiburg ist seltsamerweise nicht dabei. Wir versuchen, nicht eingeschnappt zu sein, und machen die Arbeit im Schnellverfahren selbst.


Zur Studie: Sie nennt insgesamt 25 Städte - darunter große wie Berlin, mittlere wie Mainz und kleinere wie Potsdam. Am teuersten wohnt man immer noch in München (406,49 Euro warm), dann kommen Stuttgart, Hamburg, Frankfurt und Darmstadt (332,77 Euro warm). Im Mittelfeld rangieren Düsseldorf, Münster (314,10 Euro warum) und Regensburg, am billigsten ist studentischer Wohnraum laut Studie in Dortmund, Magdeburg und Leipzig (280,56 Euro warm). Der Großteil der Befragten lebt in WGs.

Die letzten Zahlen des Studierendenwerks Freiburg stammen aus der Sozialerhebung von 2012. Sie schließen den gesamten Bereich des SWRF ein - also auch Offenburg, Gengenbach, Furtwangen, Villingen-Schwenningen und Kehl - und fassen alle Wohnformen zusammen - Wohnheime, Apartments, WGs etc. Laut dieser Erhebung zahlen hiesige Studierende im Durschnitt 301,3 Euro für ihren Wohnraum.

Zu WG-Zimmerpreisen in Freiburg führt das hiesige Studierendenwerk zwar keine Statistik, Pressesprecherin Renate Heyberger hat sich für uns aber die letzten 30 Angebote angeschaut, die in der Zimmervermittlung des SWFR stehen, und daraus einen Durchschnittswert ermittelt. Das Ergebnis: Für ein WG-Zimmer in Freiburg zahlt man 348 Euro. Manchmal kommen noch Müll- und Stromkosten von 20 bis 30 Euro hinzu.

Heybergers Rechnung deckt sich mit den aktuellen Mietpreisen für Freiburger WG-Zimmer auf der Immobilienplattform Immobilien Scout24. Am günstigsten ist natürlich eines in einer Studentenverbindung oder Burschenschaft (zwischen 140 und 190 Euro warm). Ein StuSie-Zimmer wird für 200 Euro angeboten; normale, halbwegs zentrale Zimmer kosten zwischen 325 Euro und 440 Euro warm.

Ein direkter Vergleich mit anderen Uni-Städten fällt angesichts der vielen unterschiedlichen Werte schwer. Aber wenn die meisten Studierenden in einer WG leben, und Freiburger Studierende für ein WG-Zimmer im Schnitt mindestens 348 Euro zahlen, ist sehr wahrscheinlich, dass sie damit mehr zahlen als Studierende in Darmstadt, deren Wohnraum unabhängig von der Wohnform im Schnitt 332,77 Euro warm kostet. Damit läge Freiburg immerhin auf Platz 5.

UPDATE (21.3.2014)

Die Firma Studitemps hat mitgeteilt, wieso Freiburg in ihrer Liste nicht aufgeführt wird. Stephan Hartmann, Autor der Studie:

Es ist so, dass Freiburg bedingt durch die etwas zu kleine Stichprobe innerhalb der letzten Erhebung zur Studie Fachkraft 2020 nicht ganz den Sprung ins Ranking geschafft hat. Hier hat die Uni Maastricht bei der Datenauswertung schlichtweg einen hohen Standard angesetzt, um - natürlich - keinen Zweifel am wissenschaftlichen Aussagewert des Ganzen aufkommen zu lassen.

Dennoch seien natürlich auch mit kleineren Stichproben, die im Falle Freiburgs tatsächlich nur knapp unterhalb der Messlatte gelegen habe, Tendenzen deutlich abzulesen. Aus der Freiburger Stichprobe geht hervor, dass hiesige Studierende im Schnitt 340,31 Euro für ihren Wohnraum zahlen beziehungsweise 15,04 Euro pro Quadratmeter. Die Zahlen decken sich also mit den oben ermittelten.

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