So schützt Du Dich vor Handy- und Taschendiebstahl: Ein Fachmann gibt Tipps

Maren Haase

Am vergangenen Wochenende hat ein Diebestrio drei Jugendlichen die Handys geklaut, nachdem diese sie gefragt hatten, ob sie ein Foto von ihnen machen könnten. Im fudder-Interview erklärt Christoph Mersinger von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, wie man sich am besten vor Handyklau und Taschendiebstahl schützt:

 

Am vergangenen Wochenende wurden drei Jugendliche beklaut, als sie jemanden darum baten, ein Foto von ihnen per Handykamera zu schießen. Der Dieb ist dann sofort mit dem Handy abgehauen. Waren die Jugendlichen ihrer Meinung nach selbst Schuld?


Christoph Mersinger:
In gewisser Weise waren sie sehr unvorsichtig und hätten misstrauischer sein müssen. Wenn ich nachts unterwegs bin und ein Handy dabeihabe, das 500 Euro kostet, dann gebe ich das nicht einfach einer fremden Person. Das war wirklich leichtsinnig.

Was sind ihrer Erfahrung nach typische Fälle von Diebstählen?

Oft wird das Handy auf den Tisch gelegt, weil man die andere Hand braucht und schon ist es weg. Das Prinzip ist immer das selbe: Einer lenkt ab, einer klaut und der dritte flüchtet mit der Beute.

Gegen professionelle Diebe hat man fast keine Chance, da diese tolle Ablenktricks kennen wie beispielsweise mit Eis bekleckern oder etwas herunterfallen lassen. Meistens wird einfach ein Gedränge erzeugt, egal ob im Zug, in einer Schlange oder einer Bar.

Welche Gegenstände werden am liebsten geklaut?

Das sind auf jeden Fall die Handys und die Geldbörsen mit viel Bargeld. Karten werden mittlerweile nicht mehr so oft verwendet, weil sie schnell gesperrt werden und es bei der Abhebung auch ein Bild des Täters geben kann.

Was kann ich gegen Diebstahl tun? Wie kann ich mich besonders schützen?

Man sollte Wertgegenstände immer nah am Körper tragen, bestenfalls in einer Innentasche, und sich innerhalb einer Gruppe schützen. Im besten Fall Gedränge meiden und nur die Geldmenge dabeihaben, die wirklich notwendig ist. Ein Brustbeutel ist sonst auch empfehlenswert.

Wenn man abends in Clubs oder Bars ist, sollte man die Handtasche nicht einfach am Stuhl hängen lassen, denn dann ist ein Diebstahl vorprogrammiert. Eine gute Lösung wäre in dem Fall, sich mit Freunden abzusprechen, so dass man gegenseitig mal aufpasst. Gerade abends ist das Antanzen auch eine sehr verbreitete Methode. Man sollte also besser aufpassen und vorsichtig sein. Manchmal wird auch einfach die Hilfsbereitschaft ausgenutzt, es gibt wirklich viele Möglichkeiten.

Wer sind meistens die Opfer eines solchen Verbrechens?

Männer werden öfter beklaut als Frauen. Gerade bei ausgelassener Stimmung und mit Alkohol wird man nachlässiger und unvorsichtiger. Besonders zugeschlagen wird am Wochenende, wenn man abends weg ist, auf Volksfesten oder Weihnachtsmärkten.

Wie merke ich, dass ich möglicherweise gleich beklaut werde? Gibt es Anzeichen dafür?

Das sieht man leider keinem Täter an. Wenn man allerdings merkt, dass man verstärkt beobachtet wird oder eine Person ganz dicht auf die Pelle rückt, sollte man besser aufpassen und möglicherweise auch das Weite suchen.    

Angenommen mir wurde gerade mein Smartphone geklaut, was ist nun zu tun?

Auf jeden Fall umgehend eine Diebstahlanzeige aufgeben und beim Betreiber die Karte sperren lassen, sonst telefoniert der Dieb noch auf Ihre Kosten. Eine andere Möglichkeit wäre eine Eigentümeridentifizierungsnummer. Diese kann man auf sein Handy machen und dann ist es weitaus schwieriger, das Smartphone zu verkaufen.

   

Zur Person


Christoph Mersinger
, 55 Jahre, ist Polizeihauptkommissar und arbeitet bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Freiburg, die sich um die Stärkung unserer Sicherheit kümmert.

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        [Foto 1: Ammentorp - Fotolia.com]. Foto 2: Privat]