So schnell gelangst Du von der Freiburger Fußgängerzone in den Schnee

Melanie Zimmer

Freiburg liegt ja quasi auf der Skipiste. Ein paar Meter und schon geht es steil bergab, Du musst nur die Richtung kennen. Wir sagen Dir, wie du dort hinkommst:



Der Winter geht in die Schlussphase, und sollte das Wetter so schön sein wie am gestrigen Donnerstag, bieten die Schwarzwaldberge rund um Freiburg beste Möglichkeiten. Die Wege sind kurz – eine halbe Stunde reicht dem Skifreund, um vom Kaffeetrinken auf dem Münsterplatz auf die präparierte Piste oder Loipe zu kommen.


Lediglich rund 22 Kilometer liegen beispielsweise zwischen dem Stadtzentrum und den Notschrei-Skiliften, die mit dem öffentlichem Nahverkehr gut zu erreichen sind. "Gerade wenn man mal spontan zum Skifahren gehen will, ist es entspannter, mal kurz zum Notschrei zu fahren, als sich auf den Weg zum Feldberg zu machen", sagt der 21 Jahre alte Freiburger Axel Schuster, bevor er sich auf die Piste begibt. Thomas Letold von den Notschrei-Liften berichtet: "Bereits am Vormittag sind drei Viertel des Liftes voll." Der stellvertretende Betriebsleiter der Lifte schätzt, dass rund 70 Prozent seiner Kunden aus Freiburg kommen. "Momentan bin ich mit der Auslastung zufrieden", lautet Letolds Bilanz. Bei gutem Wetter am Wochenende könne er in der Regel mit zirka 150 Gästen rechnen.

Die Geschwister Lina und Emmi, 8 und 10 Jahre alt, kommen einmal in der Woche mit dem "Skiteam Freiburg" zum Training an den Notschrei. Dort sei einfach die beste Schneelage, findet ihr Vater – es sei nicht so überlaufen wie auf dem Feldberg und es gebe dort eine gute Skischule.

Vom Straßencafé auf die Piste

Auch Ernst Klaus, der als Kassierer an der Thurner-Spur in St. Märgen arbeitet, ist zufrieden. "Gefühlsmäßig waren in dieser Saison mehr als die Hälfte der Neumitglieder Freiburger." Außer am Wochenende könne er bei gutem Wetter vor allem mittwochs mit vielen Gästen, darunter vielen Erwachsenen, rechnen.

Robert Lorenz von den Skiliften Hofsgrund zieht eine ganz andere Bilanz: Der Betriebsleiter ist mit der Auslastung seiner fünf Lifte sehr unzufrieden. "Dabei verstehe ich das gar nicht", sagt er. "Mit 60 Zentimeter Neuschnee und frisch gewalzten Pisten liefern wir heute traumhafte Bedingungen", sagt Lorenz. Dennoch habe er an diesem Mittwochvormittag vor 11 Uhr lediglich 650 Durchgänge zählen können.

Aus Freiburg sei bis zu diesem Zeitpunkt nur ein einziger Rentner auf der Piste, sagt der Skiliftbetreiber aus Hofsgrund und fragt sich: "Vielleicht wissen die Freiburger nicht mehr, dass es dieses Angebot gibt." Zwar kämen sie am Wochenende schon eher, zu Schlangen an den Liften käme es jedoch trotzdem nie. Am Feldberg hingegen hätte man am Wochenende regelmäßig mit langen Wartezeiten zu rechnen. "Da stellen wir doch eigentlich eine gute Alternative gerade für die Freiburger dar", findet Lorenz. Auch die Skilifte Hofsgrund sind bloß 21 Kilometer von der Freiburger Innenstadt entfernt und mit dem Bus gut zu erreichen.

Wer nachmittags nicht zu spät aus den Bergen zurück in der Stadt ist, der kann im Freien bei fast schon frühlingshaften Tagestemperaturen den Skitag in einem der Straßencafés in der Innenstadt ausklingen lassen. Hier hocken wie in den vergangenen Tagen Wärmehungrige im Freien und genießen die Sonnenstrahlen.

Empfehlungen

In Hofsgrund ist der Skilift Rotlache sehr zu empfehlen, er gilt als einer der schönsten Skilifte des Schwarzwalds. Steile Pisten, viele Varianten, gerade bei Neuschnee ein Traum – ein echter Geheimtipp! Der Rotlache-Lift ist aber nur am Wochenende in Betrieb. Die anderen Lifte in Hofsgrund sind okay. Das Stollenbach-Skigebiet ist ebenfalls sehr variantenreich; wer sich auskennt, kann die Insiderpisten "Schweine" und "Hexenloch" fahren. Haldenköpfle und Notschrei sind sehr ähnlich: Beide Lifte sind wegen der vielen Schneekanonen sehr schneesicher, der Notschrei wird unter Insidern auch Gletscher genannt. Das Haldenköpfle ist besonders toll, weil dort viele Aktionen angeboten werden, zum Beispiel Flutlichtfahren mit Lagerfeuer und am Dienstag nachmittags ein Winterkindergarten. 

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[Foto: Ingo Schneider]