So schaffst du es endlich, weniger Kaffee zu trinken

Jennifer Reyes

Du schüttest dir einen Kaffee nach dem nächsten rein – wirst davon aber kaum noch wach? Stattdessen plagen dich Tiefs, die Du auch wieder mit Kaffee bekämpfst. Möglicherweise nimmst du zu viel Koffein zu dir – was Du dagegen tun kannst.

An kalten und trüben Wintertagen scheint die morgendliche Tasse Kaffee zum Aufwachen und der ein oder andere Espresso zum Kaffee-Date nicht nur ein angenehmes soziales Ritual, sondern dient auch dem Wohlbefinden. Doch sehr leicht steigt der Koffeinbedarf dabei im Alltagsstress unbemerkt an. Man trinkt immer mehr Kaffee, um überhaupt noch eine Wirkung zu verspüren.


Zwar ist nicht jeder gleich koffeinsüchtig, doch für viele ist das Level an Koffein schon deutlich höher als die empfohlenen drei bis vier Tassen Kaffee am Tag. Prof. Dr. Daniel König aus Freiburg steht als Experte für Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen übermäßigem Kaffeekonsum kritisch gegenüber.

Wenn die Suchtspirale einsetzt

Doch warum trinken wir so gerne Kaffee? "Für die einen ist es eine körperliche Wirkung, die das Koffein hat. Viele andere sagen aber auch, dass Koffein mehr eine Art psychotrope-mentale Wirkung hat. Man fühlt sich einfach besser", sagt König. Der Körper gewöhnt sich schnell an eine regelmäßige Koffeinzufuhr. Die Suchtspirale setzt ein, wenn die empfohlene Kaffeedosis permanent überschritten wird und auf Koffein nicht mehr verzichtet werden kann.

Der Koffein-Abhängigkeit zu entkommen und dabei lästige Nebenerscheinungen des Koffeinentzugs, wie Kopfschmerzen oder Dauermüdigkeit zu vermeiden, geht auch ohne kalten Koffeinentzug.
"Viele Leute möchten gerne weiterhin Kaffee trinken, nur eben nicht die sieben bis acht Tassen Kaffee am Tag. Da macht es dann Sinn, dass man langsam und bewusst das Koffein reduziert", so König. Für alle, die sich damit schwer tun, kann zu Beginn ein Umschwenken auf andere koffeinhaltige Getränke helfen. Das goldene Rezept ist den Körper abzulenken und alltägliche Rituale im Zusammenhang mit Kaffeetrinken zu brechen.

Wie man die Koffeinbremse zieht

Die Koffeinbremse kann man schon morgens beim Frühstück ziehen: Der Griff zur Kaffeetasse verspricht das schnelle Wachwerden. Der Selbsttest mit entkoffeiniertem Kaffee zeigt aber: Es geht auch ohne. Beim Frühstück auf Ausgewogenheit zu achten und in den verhassten Heißhungerphasen auf den schnellen Koffein- und Zuckerschock zu verzichten, das hilft dem Körper sich seine Energiezufuhr besser einteilen zu können. Müdigkeitslöcher mit Koffeinverlangen treten seltener auf. Doch nimmt die Nervosität doch mal überhand: "Die Sportschuhe anziehen und eine halbe Stunde lang laufen, dann kann man diese akute Phase des Koffeinverlangens sehr häufig überwinden", sagt König.
Zur Person:

Prof. Daniel König ist Experte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Stoffwechsels. Er hat seine klinische Ausbildung an der Universitätsklinik Freiburg absolviert. Das Spektrum seiner Tätigkeit umfasst vor allem Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels. Heute ist er am Institut für präventive Herz-Kreislauf-Medizin in Freiburg tätig.